Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat in einer Grundsatzrede auf einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik am Montag Forderungen nach der Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an Kiew zurückgewiesen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass kein anderes Land bisher Schützenpanzer oder Kampfpanzer westlicher Bauart an Kiew geliefert habe. Deutschland werde nicht einseitig eine solche Maßnahme ergreifen.

Lambrecht antwortete der Vorsitzenden des deutschen Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die darauf bestanden hatte, dass Berlin seine Verpflichtung wahrnehme und zur Erhaltung der Demokratie in der Ukraine beitrage. "Deutschland muss sofort seinen Teil zu den Erfolgen der Ukraine beitragen und geschützte Fahrzeuge liefern - den Schützenpanzer Marder und den Kampfpanzer Leopard 2", sagte Strack-Zimmermann am Sonntag.

Lambrecht hatte zuvor erklärt, dass die deutsche Militärhilfe für die Ukraine an ihre Grenzen gestoßen sei und Berlin nun nach anderen Wegen suchen werde, um die Streitkräfte Kiews zu unterstützen. "Wir werden die Ukraine weiter unterstützen, wir haben eine unglaubliche Summe aus den Reserven der Bundeswehr zur Verfügung gestellt. Aber ich sage an dieser Stelle ganz klar, dass wir die Grenze erreicht haben", sagte Lambrecht vergangene Woche vor dem Deutschen Bundestag.

Deutschland könne nicht noch mehr von seinen Waffen abgeben, wenn es seine Verteidigungsfähigkeit erhalten wolle. Es gebe andere Möglichkeiten, wie Berlin der Ukraine helfen könne, nämlich durch den so genannten Kreistausch, bei dem Deutschland anderen EU-Ländern neue Waffen im Austausch gegen alte zur Verfügung stellt, die dann an die Ukraine geschickt werden.

Lambrecht sagte, Deutschland habe in dieser Hinsicht bereits Fortschritte gemacht und einen solchen Austausch mit der Tschechischen Republik und der Slowakei abgeschlossen.

Deutschland hat der Ukraine seit Beginn des Konflikts im Februar unter anderem Stinger-Flugabwehrraketensysteme, Panzerhaubitzen 2000 und Gepard-Flugabwehrpanzer geliefert.