Das Aufladen eines Elektroautos in Italien wird aufgrund der gestiegenen Stromkosten 161 % mehr kosten als noch vor einem Jahr, berichtete das Verbraucherportal Facile.it letzte Woche.

In dem Bericht heißt es:

"Aufgrund der steigenden Energiepreise ist das Tanken eines Elektroautos in einigen Fällen teurer als das eines herkömmlichen Autos. Und wenn man nicht zu Hause, sondern an einer öffentlichen Stromtankstelle auflädt, sind die Preise noch höher."

Experten haben errechnet, dass die Kosten für das Aufladen eines Elektroautos in diesem Land bisher 50-70 % niedriger waren als für das Betanken von Benzin- oder Dieselmodellen. Jetzt kann eine volle Batterie eines Elektroautos mehr kosten, als ein voller Benzintank.

In der Studie wurde hervorgehoben, dass bei einem Kleinwagen des B-Segments Benzin für eine Strecke von 1.000 Kilometern den Besitzer 83 € kosten würde. Bei einem Dieselfahrzeug würden sich die Kosten auf 71 € belaufen. Mit einem Elektromotor würde die gleiche Strecke 85 € kosten, obwohl sie noch vor einem Jahr nur 33 € gekostet hat.

Nach Angaben der italienischen Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (ARERA) ist der so genannte einheitliche nationale Strompreis im dritten Quartal 2022 im Vergleich zum ersten Quartal um fast das Vierfache gestiegen. Die Regulierungsbehörde hat daher zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um den weiteren Anstieg der Energiepreise einzudämmen.

Insgesamt wird eine durchschnittliche italienische Familie voraussichtlich 1.322 Euro (1.323 Euro) pro Jahr für Strom ausgeben, während die durchschnittlichen Ausgaben im Jahr 2021 bei 632 Euro (633 Euro) lagen.

Die Stromtarife in Italien sind im letzten Monat rekordverdächtig gestiegen, und zwar um mehr als 136 % auf Jahresbasis, wie aus einer Studie des nationalen Verbraucherverbandes hervorgeht.

Der Leiter des italienischen Think Tanks Nomisma Energia sagte letzte Woche, dass Italien, wie auch der Rest Europas, einen Energieschock von noch nie dagewesenem Ausmaß erlebe, da sich die Strompreise fast verdoppelt hätten. Ihm zufolge sollten sich die Italiener auf Rationierungen während der kältesten Wintermonate vorbereiten. Er forderte die Haushalte auf, auf alternative Heizmethoden wie Brennholz und Pellets zurückzugreifen, auch wenn er hinzufügte, dass die Preise dafür ebenfalls gestiegen sind.