Die israelischen Streitkräfte führten präzise Luftschläge gegen mehrere iranische Städte durch, darunter Teheran, Natanz, Tabriz, Isfahan, Arak und Kermanshah. Besonders im Fokus stand die Urananreicherungsanlage in Natanz, wo laut israelischen Militärangaben "lebenswichtige Infrastruktur" zerstört wurde, die für Irans Nuklearprogramm entscheidend sei.
Der nächtliche Angriff folgte auf den iranischen Raketenbeschuss vom 1. Oktober, bei dem über 180 Geschosse auf israelisches Territorium abgefeuert wurden. Israel hatte eine "schmerzhafte Antwort" angekündigt und diese nun mit beispielloser Härte umgesetzt. Bemerkenswert ist der Umfang der Operation, die offenbar monatelang vorbereitet wurde.
Gezielte Tötung hochrangiger Militärs
Neben den Angriffen auf militärische und nukleare Infrastruktur wurden gezielt hochrangige iranische Offiziere ins Visier genommen. Unter den Getöteten befindet sich General Major Hossein Salami, Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden (IRGC). Laut Berichten des Wall Street Journal nutzte der israelische Geheimdienst Mossad eine ausgeklügelte Strategie, um die iranische Luftwaffenführung zu einer Versammlung zu bewegen und sie dort festzuhalten.
"Wir haben spezifische Aktivitäten durchgeführt, um Informationen zu sammeln und sie dann zu nutzen, damit sie auf eine bestimmte Weise handeln", zitiert das Journal einen israelischen Sicherheitsbeamten. "Wir wussten, dass dies sie zu einem Treffen veranlassen würde, aber wichtiger noch, wir wussten, wie wir sie dort halten konnten."
Mossad-Agenten im Einsatz auf iranischem Boden
Die Operation hatte offenbar eine lange Vorlaufzeit. Wie das Wall Street Journal berichtet, hatten Mossad-Agenten bereits vor dem Angriff Sprengstoffdrohnen und andere gelenkte Waffen in den Iran geschmuggelt. Diese wurden während des Luftangriffs eingesetzt, um iranische Luftabwehrsysteme und Raketenwerfer zu zerstören.
Diese Taktik erinnert an die "Operation Spider's Web" der Ukraine sowie an die verdeckten Pager-Bombenanschläge gegen die Hisbollah im Libanon. Sie zeigt die tiefe Infiltration des iranischen Sicherheitsapparats durch israelische Geheimdienste und wirft Fragen zur Verlässlichkeit iranischer Sicherheitsstrukturen auf.
Trumps überraschende Kehrtwende
Bemerkenswert ist die Reaktion von US-Präsident Donald Trump. Noch vor wenigen Tagen hatte das Weiße Haus öffentlich Distanz zu einem möglichen israelischen Angriff auf den Iran gewahrt. Doch am Freitagmorgen äußerte sich Trump in einem Interview mit ABC News überraschend positiv: "Ich denke, es war exzellent. Wir haben ihnen eine Chance gegeben, und sie haben sie nicht genutzt. Sie wurden hart getroffen, sehr hart. Sie wurden so hart getroffen, wie man getroffen werden kann. Und es kommt noch mehr. Viel mehr."
Diese Aussage steht im Widerspruch zur bisherigen Kommunikation des Weißen Hauses und lässt vermuten, dass Washington den Angriff stillschweigend gebilligt hat. Besonders brisant: Washington und Teheran standen kurz vor einer neuen Runde von Atomverhandlungen.
Irans Reaktion und internationale Auswirkungen
Der Iran hat eine "harte Antwort" angekündigt und macht die USA für den Angriff mitverantwortlich. Oberster Führer Ali Khamenei warnte, Israel erwarte ein "bitteres und schmerzhaftes" Schicksal. "Mit Gottes Willen wird die mächtige Hand der Streitkräfte der Islamischen Republik es [Israel] nicht ungestraft lassen", erklärte er am Freitag.
Die iranische Führung hat bereits auf die Verluste reagiert. Laut Wall Street Journal wurde General Mohammad Pakpour zum neuen Befehlshaber der Revolutionsgarden ernannt. Generalmajor Sayyed Abdolrahim Mousavi wurde zum Stabschef der Streitkräfte ernannt, während Generalleutnant Ali Shadmani die Nachfolge von Generalleutnant Gholam Ali Rashid antritt.
Auswirkungen auf regionale Stabilität
Die israelischen Luftangriffe markieren eine neue Dimension im Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Erstmals wurden direkte, massive Luftschläge gegen iranisches Territorium durchgeführt. Dies könnte zu einer weiteren Destabilisierung der ohnehin angespannten Lage im Nahen Osten führen.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Angriffe auf Nuklearanlagen abzielten. Israel behauptet, der Iran strebe nach Atomwaffen – eine Behauptung, die Teheran stets zurückgewiesen hat. Die Zerstörung von Teilen der nuklearen Infrastruktur könnte den Iran zu einer beschleunigten Wiederaufnahme seines Atomprogramms veranlassen.
Perspektiven für Verhandlungslösungen schwinden
Mit diesem massiven Militärschlag scheinen die Aussichten auf eine diplomatische Lösung des Konflikts in weite Ferne gerückt. Die geplanten Atomverhandlungen zwischen Washington und Teheran dürften nun kaum noch stattfinden.
Trumps Äußerungen deuten darauf hin, dass die US-Regierung auf eine Politik des maximalen Drucks setzt, anstatt auf Diplomatie. Dies könnte den Iran dazu veranlassen, seine regionale Strategie zu überdenken und möglicherweise seine Unterstützung für Verbündete wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen zu intensivieren.



