Laut den vom Guardian eingesehenen Dokumenten befürchtete die israelische Regierung, dass ihre Bemühungen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den USA unter das FARA-Gesetz fallen könnten. Dieses verpflichtet Personen und Organisationen, die im Auftrag ausländischer Regierungen in den USA tätig sind, sich als ausländische Agenten zu registrieren.
Um eine solche Registrierung zu vermeiden, schlug die israelische Regierung vor, eine neue amerikanische Non-Profit-Organisation zu gründen. Diese sollte als Zwischeninstanz fungieren, um Gelder an pro-israelische Gruppen in den USA weiterzuleiten. So sollte der direkte Bezug zur israelischen Regierung verschleiert werden.
Die Dokumente zeigen die Besorgnis israelischer Beamter, dass eine FARA-Registrierung den Ruf mehrerer amerikanischer Gruppen schädigen könnte, die Gelder und Anweisungen aus Israel erhalten. Auch befürchtete man, dass Spender nicht bereit wären, als ausländische Agenten registrierte Organisationen zu unterstützen.
Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Versuche verschiedener Länder, Einfluss auf die US-Politik zu nehmen. Neben Israel versuchen auch andere Staaten wie Saudi-Arabien oder Armenien immer wieder, auf US-Gesetzgeber einzuwirken. Das FARA-Gesetz soll genau solche ausländischen Einflussnahmen offenlegen.
Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die komplexen rechtlichen und ethischen Fragen im Zusammenhang mit ausländischer Lobbyarbeit in den USA. Sie zeigen auch die Herausforderungen bei der Durchsetzung von Transparenzgesetzen wie FARA angesichts zunehmend ausgeklügelter Umgehungsversuche.


