Die indische Regierung hat genug von westlicher Bevormundung und schlägt zurück. Handelsminister Piyush Goyal machte bei den jüngsten Verhandlungen in London unmissverständlich klar: Sollten EU und Großbritannien ihre geplanten Kohlenstoffsteuern durchziehen, wird Neu-Delhi mit harten Gegenmaßnahmen antworten.

"Wenn sie eine Kohlenstoffsteuer einführen, werden wir Vergeltung üben", ließ Goyal verlauten. Seine deutlichen Worte über "sehr, sehr irrationale Regelungen" zeigen: Hier prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite westliche Klimaideologen, auf der anderen eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, die sich nicht länger vorschreiben lassen will, wie sie zu produzieren hat.

Handelskrieg im grünen Gewand

Was sich Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) nennt, ist nichts anderes als Protektionismus mit Öko-Anstrich. Die EU will ab 2026 loslegen, Großbritannien zieht 2027 nach. Das Ergebnis: Strafzölle von 20 bis 35 Prozent auf Stahl, Zement und Aluminium aus Indien. Ausgerechnet jene Branchen, in denen indische Unternehmen stark sind.

Die Zahlen sprechen Bände: 27 Prozent der indischen Eisenerz-, Stahl- und Aluminiumexporte gehen in die EU - ein Geschäft von 7,4 Milliarden Dollar jährlich. Mit einem Federstrich würden diese Märkte praktisch wegbrechen. Reiner Zufall? Das glaubt wohl niemand ernsthaft.

Besonders dreist: Ausgerechnet jene Länder, die ihre Industrialisierung jahrhundertelang mit Kohle und Öl vorangetrieben haben, wollen nun anderen diese Entwicklungschance verwehren. Die Briten haben ihre Textilindustrie mit Kohle aufgebaut, die Deutschen ihre Schwerindustrie im Ruhrgebiet. Aber Indien soll gefälligst anders wirtschaften.

Indiens clevere Gegenstrategie

Neu-Delhi lässt sich jedoch nicht über den Tisch ziehen. Die Regierung bastelte einen "Ausgleichsmechanismus", der London zur Schadenersatzzahlung verpflichten würde. Geschickt verpackt in die "Allgemeinen Ausnahmen" der Handelsverträge - ein juristischer Schachzug, der westliche Klagen bei der WTO von vornherein blockiert.

Gleichzeitig entwickelt Indien eigene Kohlenstoffsteuern. Goyals Logik ist bestechend: Wenn schon Abgaben erhoben werden, dann soll wenigstens Indien davon profitieren. Das Geld bleibt im Land, statt in westliche Staatskassen zu fließen. Die Erpressungsversuche aus Brüssel und London verpuffen damit.

Kohle als Lebensader der Entwicklung

Während westliche Politiker das Ende fossiler Brennstoffe predigen, hält Indien an der Realität fest. Kohle liefert über 70 Prozent des indischen Stroms und hält eine Wirtschaft am Laufen, die 415 Millionen Menschen aus bitterer Armut befreit hat. Diese Kraftwerke beleuchten Dorfschulen, versorgen Krankenhäuser und treiben Fabriken an, die Millionen Arbeitsplätze schaffen.

Die ganze Klimahysterie baut auf wackeligen Fundamenten auf. Kohlendioxid ist kein Schadstoff, sondern Pflanzennahrung. Ohne CO₂ keine Photosynthese, keine grünen Blätter, keine Ernten. Der Begriff "Kohlenstoffemissionen" ist bewusst irreführend gewählt - er soll Bilder von Ruß und Dreck erzeugen, obwohl es um ein unsichtbares, geruchloses Gas geht.

Indische Stahlwerke stoßen mehr CO₂ aus als der Weltdurchschnitt - 2,5 Tonnen pro Tonne Stahl statt 1,85 Tonnen global. Das liegt an der kohlebasierten Technologie, die sich bewährt hat und bezahlbar ist. Konzerne wie Tata Steel mit 75.000 Beschäftigten würden durch die geplanten Steuern in existenzielle Nöte geraten.

Europas Eigentor

Goyal sieht das Ganze gelassen: "Sie schießen sich selbst ins Bein." Tatsächlich dürfte Europa der große Verlierer sein. Während die EU ihre Industrie mit immer neuen Auflagen stranguliert, bauen asiatische Länder ihre Produktionskapazitäten aus. Deutsche Autobauer, die auf günstigen Stahl angewiesen sind, werden die steigenden Kosten zu spüren bekommen.

Brüssel rechtfertigt CBAM mit dem Kampf gegen "Kohlenstoff-Leakage" - angeblich wandern Emissionen nur in andere Länder ab. In Wahrheit geht es um den verzweifelten Versuch, die schwindende Konkurrenzfähigkeit europäischer Betriebe durch Handelshemmnisse zu retten.

Fossile Brennstoffe bleiben unverzichtbar

Kohle, Öl und Gas haben der Menschheit den größten Wohlstandssprung ihrer Geschichte ermöglicht. Sie heizen Wohnungen, treiben Maschinen an und sorgen dafür, dass auch abgelegene Dörfer Strom bekommen. In Indien bedeuten fossile Brennstoffe den Unterschied zwischen Armut und Wohlstand, zwischen Dunkelheit und Licht.

Die westliche Kreuzzug gegen bewährte Energieträger basiert auf fragwürdigen Klimamodellen und politischen Interessen. Tatsächlich ist CO₂ lebensnotwendig - ohne Kohlendioxid würde die Pflanzenwelt kollabieren und mit ihr die gesamte Nahrungskette.

Indien hat begriffen, dass es in diesem Spiel um mehr geht als nur um Handel. Es geht um die Frage, wer künftig die Regeln bestimmt. Neu-Delhi wird sich weder durch Klimapropaganda noch durch verkappte Handelskriege von seinem Entwicklungsweg abbringen lassen. Fossile Brennstoffe bleiben das Rückgrat des Fortschritts - ganz gleich, was die Eliten in Brüssel und London davon halten.