Die deutsche Stadt Hannover hat einige drastische Maßnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch zu senken, während sich die Nation auf eine drohende Energiekrise vorbereitet. Die Stadtverwaltung hat im Rahmen ihrer Energiesparkampagne das Warmwasser in öffentlichen Gebäuden abgestellt und die maximalen Heiztemperaturen gesenkt.

Die hannoversche Stadtverwaltung hat die Sportbegeisterten der Stadt am Montag bekanntgegeben, dass das Warmwasser in allen öffentlichen Gebäuden der Stadt, einschließlich Sporthallen, Turnhallen und Schwimmbädern, von nun an abgestellt wird. Auch Angestellte des öffentlichen Dienstes müssen sich nach den neuen Vorschriften während der Arbeit die Hände mit kaltem Wasser waschen.

Auch die Einwohner der Stadt müssen sich auf kältere Temperaturen in Innenräumen einstellen. Nach den neuen Vorschriften ist die maximale Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden, einschließlich Kindertagesstätten, auf 20 Grad Celsius begrenzt. In Sporthallen und Turnhallen darf sie 15 Grad Celsius nicht überschreiten, heißt es in einer auf der offiziellen Website der Stadt.

Auch die kommende Winterheizperiode für städtische Gebäude wurde auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis zum 31. März 2023 festgelegt. "Außerhalb dieses Zeitraums wird generell nicht mehr geheizt", warnten die Behörden. Zu den weiteren Maßnahmen gehört die Abschaltung öffentlicher Brunnen und der Außenbeleuchtung des Rathauses, der städtischen Museen und anderer öffentlicher Gebäude.

Die Maßnahmen wurden ergriffen, als die Stadt eine Kampagne zur Reduzierung des Energieverbrauchs um 15 % startete, um sich auf mögliche Versorgungsengpässe im Winter vorzubereiten. Die Stadtverwaltung erklärte, sie wolle sich jetzt vorbereiten, anstatt erst dann zu reagieren, wenn nicht mehr genug Gas für alle vorhanden ist.

"Wir müssen der Situation zuvorkommen", sagte der Finanz- und Ordnungsdezernent der Stadt, Axel von der Ohe. Hannovers Bürgermeister Belit Onay sagte unterdessen am Mittwoch vor Journalisten, dass "jede eingesparte Kilowattstunde die Gasspeicher schützt".

Hannover ist nicht die einzige deutsche Stadt, die vor dem Winter Schutzmaßnahmen ergreift. Die Stadt Düsseldorf plant, die Heiztemperaturen für Herbst und Winter zu senken, um Energie zu sparen, wie die "Bild" bereits berichtet.

Der deutsche Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck hat die Menschen bereits dazu aufgerufen, ihre Heizungen, Saunabesuche und Duschen einzuschränken, um die Abhängigkeit des Landes von russischer Energie zu verringern. Deutschland bereitet sich auf eine Energiekrise  vor, da die EU versucht, die Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern, da Russland die Ukraine militärisch angegriffen hat.

Die Gaspreise haben sich in diesem Jahr fast vervierfacht, was in erster Linie auf die schrumpfenden Lieferungen aus Russland, dem Hauptlieferanten der Europäischen Union zurückzuführen ist.