Gazprom hat am Donnerstag früh am Morgen die Gaslieferungen von Russland nach Deutschland durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wieder aufgenommen, melden mehrere Medien unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Pipeline sei zu 40 Prozent ausgelastet, soll ein Sprecher der Nord Stream AG zitiert worden sein.

Gazprom hatte den Durchfluss durch Nord Stream im vergangenen Monat reduziert und am 11. Juli unter Berufung auf routinemäßige Wartungsarbeiten ganz eingestellt.

Die Nachricht von der Wiederaufnahme der Lieferungen kommt, nachdem die Europäische Kommission am Mittwoch die EU-Mitglieder aufgefordert hatte, ihren Gasverbrauch bis März nächsten Jahres um 15 % zu senken. Dies geschah aus der Befürchtung heraus, dass Moskau als Vergeltung für die Sanktionen, die gegen Russland wegen seiner Militäroperation in der Ukraine verhängt wurden, die Lieferungen nach Europa einstellen könnte.

"Russland erpresst uns. Russland setzt Energie als Waffe ein", sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.

Gazprom hatte erklärt, dass es eine reparierte Turbine aus Kanada benötige, damit die Nord-Stream-Pipeline ordnungsgemäß funktionieren könne. Ottawa erlaubte die Rückführung der Ausrüstung nach Deutschland Anfang dieses Monats und gewährte eine Ausnahme von den Sanktionen.

Gazprom teilte jedoch am Mittwoch mit, dass er die für den Wiedereinbau der Turbine erforderlichen Unterlagen von seinem deutschen Hersteller Siemens noch immer nicht erhalten habe.