Die Länder der Gruppe der Sieben (G7) und Australien haben sich darauf geeinigt, einen festen Preis für russisches Öl anstelle eines variablen Preises festzulegen, der an einen Ölpreisindex gekoppelt ist, berichtete Reuters am Freitag unter Berufung auf Quellen.
"Die Koalition hat sich darauf geeinigt, dass die Preisobergrenze ein fester Preis sein wird, der regelmäßig überprüft wird, und nicht ein Abschlag auf einen Index... Dies wird die Marktstabilität erhöhen und die Einhaltung vereinfachen, um die Belastung der Marktteilnehmer zu minimieren", so eine Quelle gegenüber Reuters.
Die Bindung des Preises an einen Ölpreisindex, z. B. an die internationale Referenzsorte Brent, die eine der diskutierten Optionen war, könnte zu einer erhöhten Volatilität führen und die gewünschte Wirkung der Obergrenze beeinträchtigen. Sollte Brent beispielsweise aufgrund eines geringeren Angebots auf dem Markt ansteigen, würde die Obergrenze entsprechend steigen, was Russland zugute käme.
Dem Bericht zufolge steht der tatsächliche Preis noch nicht fest, wird aber in den kommenden Wochen festgelegt werden. Der Preis wird regelmäßig überprüft und kann in Zukunft geändert werden, wenn die Koalitionspartner dies für notwendig erachten.
Die G7-Staaten diskutieren bereits seit Monaten über eine Preisobergrenze für russisches Öl und planen eine Maßnahme, die Russlands Gewinne aus Ölexporten schmälern soll, ohne die Versorgung zu beeinträchtigen. Die Obergrenze soll am 5. Dezember für Erdöl und am 5. Februar nächsten Jahres für Mineralölprodukte in Kraft treten.
Russland hat jedoch wiederholt erklärt, dass es kein Öl an Länder verkaufen wird, die Preisobergrenzen einführen. Der Moskauer Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, warnte kürzlich, dass Preisobergrenzen die globale Energiekrise weiter verschärfen könnten. Der Diplomat schrieb in einem Artikel für die Zeitschrift National Interest:
"Das im Finanzministerium entwickelte Rezept zur 'Gesichtswahrung' - die so genannte 'Preisobergrenze' für russisches Öl - führt die Weltwirtschaft in noch dunklere Ecken eines solchen Knossos-Labyrinths. Gleichzeitig war der versprochene Ariadnefaden - unsere Bereitschaft, das "schwarze Gold" mit Verlust zu verkaufen - von Anfang an nichts weiter als ein Mythos. Wir werden das Wohlergehen anderer nicht auf unsere Kosten sicherstellen. Wir werden keine Ressourcen an diejenigen verkaufen, die die Preise künstlich niedrig halten."



