Die französischen Behörden haben fünf Kernkraftwerken in Frankreich erlaubt, ihren Betrieb fortzusetzen und auch während einer weiteren Hitzewelle heißes Wasser in Flüsse einzuleiten, da das Land seine Stromerzeugung stabil halten und Erdgas für den kommenden Winter einsparen will.

Der Stromriese EDF hat davor gewarnt, dass er die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken in diesem Sommer aufgrund von Umweltvorschriften möglicherweise reduzieren muss, da die Wasserstände der Flüsse niedrig und die Wassertemperaturen hoch sind. Normalerweise wird das Wasser aus den Flüssen zur Kühlung der Reaktoren verwendet, während die Umweltvorschriften in der Regel eine Begrenzung der Atomstromproduktion vorsehen, da das heiße Wasser, das in die Flüsse zurückfließt, die lokale Flora und Fauna gefährden könnte.

Aufgrund außergewöhnlicher Umstände in diesem Jahr hat die französische Atomaufsichtsbehörde ASN am Montag jedoch mitgeteilt, dass sie die Vorschriften für die Ableitung von heißem Wasser in den Kernkraftwerken Blayais, Bugey, Golfech, Saint-Alban und Tricastin vorübergehend ändert.

Die Aufsichtsbehörde verlängerte damit die Ausnahmeregelungen für diese Kraftwerke, da die Regierung gefordert hatte, die Stromerzeugung aus Kernkraft so hoch wie möglich zu halten, um Gas und Wasserkraft für den Herbst und Winter zu erhalten, so ASN.

Der französische Energieversorger EDF warnt seit Wochen, dass die Stromerzeugung aus Kernenergie in Frankreich reduziert werden würde, da die hohen Temperaturen der Flüsse Rhone und Garonne diese zu heiß machen, um die Reaktoren zu kühlen.

Frankreich hatte in diesem Jahr Probleme mit seiner Atomstromerzeugung, was die verfügbare Stromversorgung in Frankreich und Europa reduzierte und die französischen Strompreise für das nächste Jahr in die Höhe schnellen ließ. Die Hälfte aller von EDF betriebenen Reaktoren ist derzeit wegen geplanter Wartungs- oder Reparaturarbeiten außer Betrieb.

Frankreichs Atomstromerzeugung macht etwa 70 Prozent seines Strommixes aus, und wenn seine Reaktoren voll in Betrieb sind, ist das Land ein Nettoexporteur von Strom in andere europäische Länder. Längere Wartungsarbeiten an mehreren Kernreaktoren in diesem Jahr bedeuten jedoch, dass Frankreich - und das übrige Europa - jetzt weniger Strom aus Kernenergie zur Verfügung haben.