Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), macht das Bundeskanzleramt für die schleppenden Waffenlieferungen an die Ukraine verantwortlich.

„Die schmalste Stelle, die Deutschlands militärisches Engagement verlangsamt, ist, aus welchen Gründen auch immer, in der Tat das Kanzleramt“, sagte die FDP-Abgeordnete in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Mediengruppe Bayern.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine werde sich fortsetzen, so Strack-Zimmermann. Deshalb dürfe sich die deutsche Politik "nicht zurücklehnen", sondern müsse sich darauf konzentrieren, die Lieferung von Militärhilfe an die Ukraine zu beschleunigen. Berlin müsse die Situation mit den stockenden Lieferungen bis September/Oktober in Ordnung bringen, mahnte die Abgeordnete.

„Dass der Krieg bis dahin beendet sein wird, das glaubt niemand“, so die FDP-Politikerin weiter. „Alles spricht dafür, dass Putin seinen perfiden Feldzug weiter vorantreiben wird und das deutet auf einen längeren Kriegsverlauf hin. Keiner in Deutschland kann daher jetzt die Hände in den Schoß legen.“

Das Parlament, das von der Ampelkoalition aus SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen dominiert wird, sei bereit, "Verantwortung" für die Hilfe an Kiew zu übernehmen.

"Dieses Haus ist der Dreh- und Angelpunkt der Entscheidungen. Hier laufen die Fäden zusammen, hier werden die Signale gesetzt. Wir Freien Demokraten und viele andere Abgeordnete aus den Ampelfraktionen sind bereit, die Verantwortung entsprechend zu übernehmen", sagte Strack-Zimmermann.

Berlin habe zwar bereits Tausende von tragbaren Panzer- und Flugabwehrraketensystemen, Munition, Helmen und anderer Ausrüstung in die Ukraine geschickt, liegt aber weit hinter Kiews Hauptlieferanten für schweres militärisches Gerät zurück.

Anfang dieses Monats erklärte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht jedoch, die militärischen Bestände des Landes hätten nur eine begrenzte Kapazität für Waffenlieferungen an die Ukraine.

Berlin wurde wiederholt kritisiert, weil es der Meinung Kiews nach, bei der Militärhilfe für die Ukraine zurückhaltend ist und die Lieferungen insgesamt zu langsam erfolgen.