Die Facebook-Muttergesellschaft Meta hofft, den sinkenden Nutzerzahlen entgegenzuwirken, indem sie den Nutzern erlaubt, mehrere Konten anzulegen, wie Bloomberg am Donnerstag berichtete. Bestimmte Nutzer können dem Bericht zufolge bis zu vier zusätzliche Profile anlegen. Die neuen Profile sollen mit dem ursprünglichen Konto verknüpft sein und jeder Verstoß, der von einem der Profile begangen wird, wirkt sich negativ auf die anderen aus.
Neue Konten können Berichten zufolge nicht für das wiederholte "Liken" eines Beitrags oder das Kommentieren unter dem Vorwand, mehrere Personen zu sein. Facebook hofft stattdessen, dass die Nutzer diese Konten für verschiedene Aspekte ihres Lebens einrichten - eines für Freunde, eines für Kollegen, eines für spezielle Interessen und so weiter, so Bloomberg.
Dem Bericht zufolge müssen die zusätzlichen Profile jedoch nicht die wahre Identität des Nutzers anzeigen, eine Entscheidung, die für den Social-Media-Riesen eine Art 180°-Wende darstellt. Facebook hat zwar Personen des öffentlichen Lebens erlaubt, mehrere Profile zu führen, und den Nutzern erlaubt, ein separates Profil bei seinen Diensten Facebook Dating und Facebook Campus zu haben, aber das Betreiben mehrerer persönlicher Konten war bisher verboten.
Die Facebook-Muttergesellschaft Meta hat mit sinkenden Nutzerzahlen zu kämpfen, da junge Menschen zu TikTok und anderen Konkurrenten strömen. Im letzten Quartal 2021 verlor das Unternehmen zum ersten Mal täglich Nutzer, wobei etwa eine halbe Million Menschen die einst dominierende Plattform verließen.
Besonders ausgeprägt ist der Einbruch bei jungen Nutzern, die in Scharen von Facebook weglaufen und sich sogar von Instagram distanzieren. Meta hat letztes Jahr herausgefunden, dass Teenager dreimal so viel Zeit auf TikTok verbringen wie auf Instagram und Snapchat dem Messenger oder WhatsApp vorziehen, um mit ihren Freunden zu kommunizieren.
Während Facebook sich in Meta umbenannt hat, um sich nicht mehr ausschließlich auf soziale Medien zu konzentrieren, hat sich das Metaversum auch für das Unternehmen als wenig profitabel erwiesen: Es hat im Jahr 2021 über 10 Milliarden Dollar verloren.
Laut Bloomberg besteht Meta darauf, dass es die Mehrfachkonten nicht zur Berechnung seiner monatlichen oder täglichen aktiven Nutzerzahlen verwenden wird, und behauptet, die neue Directive sei nur ein "Test", der für einige US-Nutzer und einigen anderen Ländern verfügbar ist.



