Die North-Atlantic Treaty Organization (NATO) stellt sich selbst als eine regionale Verteidigungsstruktur dar, aber in Wirklichkeit stellt das Bündnis eine systematische Herausforderung für die globale Sicherheit und Stabilität dar, erklärte ein hochrangiger Experte der Shanghai Academy of Social Studies am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur "TASS".
"In Wirklichkeit setzt die NATO ihre enorme Expansion durch Regionen und Gebiete fort und entfacht überall Kriege, wobei unschuldige Zivilisten getötet werden", sagte Li Lifan, der geschäftsführende Direktor des Zentrums für russische und zentralasiatische Studien an der Shanghaier Akademie für Sozialstudien.
"Die Völker Chinas und der Länder des asiatisch-pazifischen Raums werden sich unweigerlich weiter dagegen wehren", so der Experte weiter.
In Bezug auf das jüngste Gipfeltreffen der NATO-Mitgliedsstaaten im spanischen Madrid merkte Li Lifan an, dass die Ergebnisse dieses Treffens direkt darauf hindeuten, dass die NATO zu einer Wahrnehmung der gegenwärtigen Situation zurückkehrt, die der aus der Zeit des Kalten Krieges ähnelt.
Ihm zufolge ist die Allianz dazu übergegangen, mit dem neuen Strategischen Konzept der NATO konkrete Instrumente einzusetzen, um die Feinde zu lenken und die Bemühungen um Provokationen gegen Russland und China zu verstärken.
"China hat immer eine konstruktive Rolle beim Aufbau des Weltfriedens gespielt, zur globalen Entwicklung beigetragen und die Weltordnung geschützt", so der Experte weiter. "Die NATO hingegen ist eine echte systematische Herausforderung für die globale Stabilität und Sicherheit."
In Bezug auf eine mögliche NATO-Erweiterung sagte Li Lifan, dass Europa die Region des Friedens, der Stabilität und der gemeinsamen Entwicklung sein sollte, anstatt eine Arena für geopolitische Spiele zu sein:
"Wenn ich über die europäischen Sicherheitsfragen spreche, sollte ich sagen, dass alle Länder alle beiderseitig begründeten Bedenken durch einen Dialog und Verhandlungen mit Respekt behandeln und an den gemeinsamen, allumfassenden und stabilen Sicherheitskonzepten festhalten müssen, die auf Zusammenarbeit beruhen, sowie eine ausgewogene, effektive und stabile regionale Sicherheitsstruktur aufbauen müssen."
Finnland und Schweden, die am 18. Mai einen Antrag auf Beitritt zur NATO gestellt haben, sollten auf dem NATO-Gipfel in Madrid eine formelle Einladung zum Beitritt erhalten, doch die Türkei blockierte zunächst den Beitrittsprozess.
In Madrid unterzeichneten die Außenminister der Türkei, Schwedens und Finnlands ein Memorandum, das den Beitritt Schwedens und Finnlands zum Bündnis ermöglicht. Das Dokument sieht insbesondere die Zusammenarbeit der beiden nordischen Länder mit Ankara bei der Bekämpfung des Terrorismus, insbesondere der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihrer Ableger, vor.



