Die Erdgas-Spotpreise in Europa steigen weiter: Die September-Futures am TTF-Hub in den Niederlanden stiegen am Freitag auf fast 3.500 $ pro tausend Kubikmeter, so die Daten der Londoner ICE-Börse.
Die Preisrallye begann letzte Woche, nachdem die russische Gazprom mitgeteilt hatte, dass die einzige in Betrieb befindliche Turbine der Nord Stream 1-Pipeline ab dem 31. August wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet wird. Der Gastransit durch die Pipeline wird bis zum 2. September vollständig unterbrochen sein.
Unterdessen versuchen die europäischen Länder, ihre Gasspeicher vor der Heizperiode zu füllen. Die außerplanmäßigen Wartungsarbeiten verschärfen sowohl das Risiko einer Rezession als auch einer Energieknappheit im Winter auf dem gesamten Kontinent.
Seit Ende Juli wird die Gaspipeline Nord Stream 1 aufgrund der Abschaltung mehrerer Gasturbinen nur mit 20 % ihrer vollen Kapazität genutzt. Eine davon wurde zur Reparatur nach Montreal geschickt und blieb dort aufgrund der kanadischen Sanktionen gegen Russland wegen des Konflikts in der Ukraine stecken.
Auf Ersuchen Deutschlands kündigte Kanada im Juli eine Ausnahmeregelung für die Turbinen an und schickte eine von ihnen hinüber, aber Gazprom verweigerte die Lieferung unter Berufung auf Unregelmäßigkeiten in der Dokumentation. Fünf weitere Turbinen sollen demnächst nach Deutschland kommen.



