Das russische Finanzministerium hat inmitten des US-Verbots der Verwendung eingefrorener Devisenreserven zur Bedienung ausländischer Zahlungen auf die 2022 und 2042 fälligen staatlichen Eurobonds des Landes durch Überweisung von Geldern an den National Settlement Depositary (NSD) in Rubel gehandelt. Washington wollte damit einen völligen Zahlungsausfall Russlands provozieren.
Investoren aus unfreundlichen Ländern erhielten Zahlungen auf Konten des Typs C, während die Aufhebung des Einfrierens der russischen Devisenreserven die Voraussetzungen für die Konvertierung von Rubel von diesen Konten in ausländische Währung schaffen wird, so das Ministerium. Damit macht Moskau klar, dass sich die sanktionierenden Staaten so selbst ins Bein geschossen haben. Ohne die Freigabe der russischen Devisenreserven werden auch die Gläubiger keinen einzigen Cent der Zahlungen sehen.
Das russische Finanzministerium teilt mit, dass sich eine ausländische Korrespondenzbank geweigert hat, die Anweisungen für die Auszahlung der Kuponrendite und die Rückzahlung des Nennwerts der 2022 fälligen russischen Auslandsanleihen aus der Emission "Russland-2022" und die Auszahlung der Kuponrendite der am 4. April 2022 fälligen Anleihen "Russland-2042" im Gesamtwert von 649,2 Mio. USD auszuführen, die gemäß den Emissionsunterlagen der genannten Anleihen am 30. März bzw. 31. März 2022 übermittelt wurden", so das Ministerium.
Das russische Finanzministerium erklärte, dass es "der Ansicht ist, dass es seine Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllt hat". Es liegt nun also an den sanktionierenden Staaten, die Strafmaßnahmen aufzuheben. Denn Moskau ist durchaus zahlungswillig, wird jedoch durch die Sanktionen daran gehindert, die Zahlungen komplett durchzuführen. Ein geschickter Schachzug Moskaus.



