Eine Petition, die die Abschaffung der Rundfunkgebühren und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland fordert, hat innerhalb weniger Tage 100.000 Unterzeichner gefunden, wie die Junge Freiheit, die die Petition gestartet hat, mitteilte. Der Chefredakteur der Jungen Freiheit, Dieter Stein, gab bekannt, dass der Meilenstein am Dienstagmittag erreicht wurde, nur fünf Tage nach dem Start der Petition am Donnerstag vergangener Woche, und äußerte sich begeistert über den rasanten Fortschritt der Petition.

"100.000 Unterschriften innerhalb weniger Tage? Das ist Wahnsinn! Die Empörung über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist einfach riesig. Gerade jetzt in der Krise, wo jeder normale Bürger sparen muss, versteht niemand, warum ARD und ZDF so großzügig mit den Rundfunkgebühren umgehen. Was einem den Boden unter den Füßen wegzieht, ist die unverschämte politische Einseitigkeit der Rundfunkanstalten. Im Grunde könnten die 8,4 Milliarden Euro der ÖRR auch in die Wahlkampfkassen von Grünen und SPD fließen", schrieb Stein.

Die Petition selbst richtet sich an die für die Rundfunkanstalten zuständigen Landesregierungen und an alle Politiker der im Parlament vertretenen Parteien. Sie fordert die Abschaffung der Rundfunkgebühren und an deren Stelle ein "neues und vereinfachtes Finanzierungsmodell". Außerdem soll das riesige Budget von ARD und ZDF auf ein Minimum reduziert werden, und die Petition fordert eine "Demokratisierung der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung und einen fairen, ideologiefreien Journalismus, der endlich alle gesellschaftlichen Gruppen und Parteien berücksichtigt und der links-grün-roten Indoktrination ein Ende setzt." Sie erklärt, dass laut einer Umfrage des INSA-Instituts inzwischen 84 Prozent der Deutschen die Abschaffung der Rundfunkgebühren fordern und "nicht mehr für das teuerste Rundfunksystem der Welt zahlen wollen."

Das Thema hat in jüngster Zeit besondere Bedeutung erlangt. Zum einen kommen große Korruptionsskandale ans Licht, darunter auch Vetternwirtschaft, die zum Rücktritt der ARD-Vorsitzenden und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger geführt hat. Schlesinger ist in einen Korruptionsskandal verwickelt, bei dem sie ihrem Ehemann einen lukrativen Job verschafft und dem Steuerzahler ihren teuren Geschmack bei Büromöbeln in Rechnung gestellt haben soll. Es besteht auch der Verdacht, dass sie während ihrer Zeit bei ARD und RBB den Steuerzahler für eine Luxusreise nach London zur Kasse gebeten hat. Der Parteivorsitzende der Christlich Demokratischen Union (CDU), Fredriech Merz, hat daraufhin eine radikale Reform des deutschen Rundfunkgebührensystems gefordert.

Es wird davon ausgegangen, dass nach Ablauf der Petition am letzten Tag im August die Daten mit den Namen aller Unterzeichner an die Landesregierungen und Fraktionen geschickt werden, um die Kampagne voranzutreiben.