Birnbaum, der als Insider die Energiebranche wie kaum ein anderer kennt, zeichnete gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ein düsteres Bild der aktuellen Lage. Die Kernaussage: Deutschland steuert auf eine energiepolitische Katastrophe zu, während die Regierung in grünem Wunschdenken schwelgt.
Der EON-Chef kritisierte besonders scharf die unrealistischen Ausbauziele für erneuerbare Energien. Die von der Regierung anvisierten 360 Gigawatt bis 2030 bezeichnete er als "völlig illusorisch". Stattdessen prognostiziert er realistisch nur 250 Gigawatt - ein Defizit, das schwerwiegende Folgen haben könnte.
Besonders zynisch mutet Birnbaums Einschätzung zur Versorgungssicherheit an. Während Politiker gebetsmühlenartig von einer sicheren Energieversorgung sprechen, warnt der Experte vor massiven Engpässen. "Wir werden 2030 nicht genug Strom haben", so sein alarmierendes Fazit.
Die Gründe für dieses Desaster sind vielfältig: Zu langsame Genehmigungsverfahren, mangelnde Netzkapazitäten und eine völlig unzureichende Speicherinfrastruktur. Birnbaum entlarvt damit die Energiewende als das, was sie derzeit ist: Ein ambitioniertes Projekt ohne solides Fundament.
Besonders pikant: Während Deutschland stolz verkündet, aus Kohle und Atomkraft auszusteigen, importiert es munter Atomstrom aus Nachbarländern. Eine Doppelmoral, die Birnbaum zu Recht anprangert.
Fazit: Die Energiewende, einst als Leuchtturmprojekt gefeiert, droht zu einem energiepolitischen Fiasko zu werden. Birnbaums Worte sollten als Weckruf verstanden werden. Es ist höchste Zeit, dass die Politik von ihrem grünen Wolkenkuckucksheim herabsteigt und sich der Realität stellt. Sonst droht Deutschland nicht nur seine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz zu verlieren, sondern auch seine wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel zu setzen.
Die Uhr tickt, und EON-Chef Birnbaum hat sie gerade auf fünf vor zwölf gestellt. Bleibt zu hoffen, dass jemand in Berlin zuhört, bevor es zu spät ist.



