Schwedens größtes Kernkraftwerk, Oskarshamn, das rund 10 Prozent des schwedischen Stroms liefert, ist wegen einer Turbinenstörung vom Netz. Ersten Berichten zufolge musste Schwedens größter Kernreaktor, Oskarshamn 3, am Mittwochmorgen wegen eines Turbinenausfalls abgeschaltet werden. Désirée Liljevall, die Kommunikationsmanagerin des Kraftwerks, konnte keine näheren Angaben über die Art der Störung oder die voraussichtliche Dauer des Produktionsausfalls machen.

Die Abschaltung von Oskarshamn 3, das von Uniper SE betrieben wird, könnte die schwedischen Verbraucher mitten in der Energiekrise treffen. Das Kraftwerk hat eine durchschnittliche Produktionskapazität von 1.450 Megawatt und ist für die Stromversorgung in Südschweden unerlässlich.

Der Reaktor wurde 1973 entworfen, aber erst 1985 in Betrieb genommen. Die anfängliche Kapazität betrug 1.000 Megawatt, dann 1.200 Megawatt und wurde 2011 auf 1.450 Megawatt erhöht, als das Kraftwerk neue Turbinen sowie ein neues Kreislaufsystem, einen neuen Generator und einen neuen Transformator erhielt. Was die Probleme anbelangt, so ist dies nicht das erste Mal, dass es zu einer vollständigen Abschaltung gekommen ist.

Im Jahr 2013 verstopfte eine Quallenblüte die Rohre für das Kühlwasser, und im vergangenen Februar musste der Reaktor wegen einer Störung neun Tage lang vom Netz genommen werden. Im September 2022 führten Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) eine langfristige Sicherheitsüberprüfung der Anlage durch, die sie als zufriedenstellend bewerteten, obwohl sie Empfehlungen für einige Sicherheitsverbesserungen aussprachen.