Deutsche Unternehmen können sich zunehmend nicht mehr am Markt mit Energie versorgen, und wenn die Energie versiegt, steht die deutsche Wirtschaft still, so der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Immer mehr Unternehmen berichten uns, dass sie gar keinen Liefervertrag mehr für Strom oder Gas haben. Der Hahn ist im wahrsten Sinne des Wortes zugedreht", sagte DIHK-Präsident Peter Adrian dem RND. "Aber ohne Energie kann keine Wirtschaft laufen."

Hinzu kommt, dass die Energiepreise ein Niveau erreicht haben, das die Existenz vieler Unternehmen bedroht. Erst diese Woche meldete der deutsche Toilettenpapierhersteller Hakle Konkurs an, wobei die Eigentümer unhaltbare Energie- und Materialkosten als Hauptgrund angaben. Unterdessen berichtet das Wall Street Journal, dass die europäische Stahlindustrie, die für ihren Betrieb große Mengen billigen Erdgases benötigt, ihre Produktion drosselt und mit starkem finanziellen Gegenwind zu kämpfen hat. Andere Sektoren wie die chemische Produktion, die Landwirtschaft und die Automatisierungstechnik stehen vor noch nie dagewesenen Hürden, da die Energiekrise Europa weiterhin im Griff hat.

Hilfeschreie aus der einst boomenden deutschen Wirtschaft kommen nun von Wirtschaftsführern, Verbänden und Verbrauchern, und auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einer Pleitewelle aufgrund der Energiekosteninflation. In einer neuen Analyse des BDI heißt es, dass dies für 58 Prozent der Unternehmen eine große Herausforderung darstellt und 34 Prozent glauben, dass die derzeitige Krise eine Frage des Überlebens ist. Auch Deutschland bildet hier keine Ausnahme, und die Warnung aus dem Vereinigten Königreich zeigt, dass sechs von zehn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes aufgrund der Energiekrise von einer Schließung bedroht sind.

Einige deutsche Unternehmen, die versuchen, in einem zunehmend schwierigen Umfeld zu überleben, geben an, dass sie die Produktion ins Ausland verlagern wollen. Fast jedes zehnte Unternehmen hat die Produktion bereits reduziert oder sogar unterbrochen, während jedes vierte Unternehmen die Verlagerung von Unternehmensanteilen oder Teilen der Produktion und von Arbeitsplätzen ins Ausland erwägt oder bereits vollzogen hat, wo die Kosten häufig niedriger sind als in Deutschland.

Inzwischen sprechen immer mehr Menschen in Deutschland davon, dass die aktuelle Ampel-Koalition die schlechteste Regierung sei, die die Bundesrepublik jemals hatte. Wenngleich man anmerken muss, dass eine CDU-geführte Bundesregierung diesbezüglich auch keine wirklich besseren Ergebnisse geliefert hätte, zumal die Unionsfraktion im Bundestag sämtliche Maßnahmen zur Vernichtung des deutschen Wohlstands mitgetragen hat und beispielsweise EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine der Hauptagitatoren für weitere Sanktionen gegen Russland ist.