Griechenland plant den Bau eines neuen, 140 km langen Zauns an seiner gesamten europäischen Grenze zur benachbarten Türkei, um die erheblichen Ströme illegaler Migranten einzudämmen, wie der Minister für Bürgerschutz, Takis Theodorikakos, mitteilte. Der Bau des ersten 35 km langen Abschnitts des neuen Zauns soll "sofort" beginnen, sagte der Beamte am Samstag dem Rundfunksender SKAI.

"Es ist eine endgültige Entscheidung der Regierung, einen 140 Kilometer langen Zaun am Fluss Evros zu errichten", erklärte Theodorikakos.

Griechenland und die Türkei haben eine etwa 200 km lange gemeinsame Grenze in Europa, die hauptsächlich entlang des Evros-Flusses verläuft, aber es gibt auch ein Stück trockenes Land zwischen den beiden Ländern. Griechenland hat bereits eine Beton- und Stacheldrahtsperre an über 40 km der Grenze installiert, und zwar entlang der Strecke in der Nähe der türkischen Stadt Edirne. Der Zaun wurde ursprünglich 2012 errichtet und im Jahr 2021 erweitert.

Der Evros-Fluss allein hat sich nicht als ausreichendes Hindernis für illegale Migranten erwiesen, so Theodorikakos, und die gleichnamige Provinz bleibt ein Hotspot für irreguläre Überfahrten. "In Evros hat die griechische Polizei mit ihrem Einsatz die illegale Invasion von 256.000 illegalen Einwanderern in das Land verhindert", sagte der Minister, ohne eine Zeitspanne für diese "Invasion" zu nennen.

Im vergangenen Jahr hat die EU den höchsten Stand an illegaler Migration seit der Migrantenkrise 2015-2016 erlebt. Nach den neuesten Zahlen von Frontex, der Grenzschutzagentur der EU, wurden in den ersten 11 Monaten des Jahres 2022 rund 308.000 "irreguläre Einreisen" über die Außengrenzen der EU festgestellt, was einen starken Anstieg von 68 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2021 bedeutet.

Die westlichen Balkan- und zentralen Mittelmeerrouten waren laut Frontex im vergangenen Jahr am stärksten vom illegalen Migrantenverkehr betroffen.

Ein Staat, der seine Grenzen im Fall der Fälle nicht schützen kann, der verliert seine Glaubwürdigkeit“, sagte der frühere österreichische Innenminister und jetzige FPÖ-Parteichef Herbert Kickl anlässlich einer Grenzübung an der slowenischen Grenze Ende Juni 2018.

Es bleibt zu hoffen, dass andere EU-Staaten nachziehen und deren Führer sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Bürgern bewusst werden und endlich mit der Abwehr der Massenmigration beginnen.