Eben erst meldet eines der größten Agrarunternehmen Brasiliens, die SLC Agricola SA, dass es den Einsatz von Dünger um bis zu ein Viertel reduzieren werde. Das Unternehmen, welches Felder mit Sojabohnen, Mais und Baumwolle mit einer Gesamtfläche von rund 7.000 Quadratkilometern betreut, beklagt sich nämlich über einen Mangel an Lieferungen.

Zwar hofft man seitens des Unternehmens, dass immer noch genügend Nährstoffe im Boden sind, so dass sich dies nicht nennenswert auf den Ertrag auswirken werde, doch je länger die kritische Lage auf den Düngemittelmärkten anhält, umso schwieriger wird es. Und nicht nur das. Weltweit gehen Landwirte dazu über, auf Produkte umzusteigen die deutlich weniger Dünger brauchen um zu wachsen. In den Vereinigten Staaten beispielsweise setzen viele Farmer nun auf Soja anstatt auf Mais.

Zum Mangel an Düngemitteln (und den stark steigenden Preisen derselben) kommen jedoch auch noch deutlich höhere Kosten für Diesel, Ersatzteile, Unkrautvernichtungsmittel, Saatgut und Futter für das Vieh. Das heißt: quasi alles was mit der Landwirtschaft zu tun hat, wurde in den letzten Monaten deutlich teurer und teils auch wirklich knapp. Und die Lage wird sich in den kommenden Monaten noch deutlich verschärfen, da in der nördlichen Hemisphäre die Saatzeit für viele landwirtschaftlichen Produkte beginnt und die Ernten noch ausstehen. Nicht umsonst wird bereits davor gewarnt, dass wir vor einer globalen Nahrungsmittelkrise stehen.

Schuld daran ist aber nicht der russische Einmarsch in die Ukraine, sondern die völlig überzogene Reaktion des Westens, der sich damit gerade selbst ins Knie schießt und die eigene Wirtschaft abwürgt. Und nicht nur das: unter dem Vorwand, den Menschen in der Ukraine helfen zu wollen (und schlussendlich nur der US-Rüstungsindustrie den Hintern zu vergolden) verschlimmern Washington, Brüssel und London gerade die Lage für Milliarden von Menschen - insbesondere in den ärmeren Ländern dieser Welt.

Menschen, die ohnehin kaum etwas verdienen und schon zuvor den größten Teil ihres mickrigen Einkommens für Lebensmittel und eine Basis-Energieversorgung ausgegeben haben, kämpfen nun noch stärker ums Überleben als ohnehin schon. Ist es das tatsächlich Wert? Und dann werden diese Sanktionen und Embargos gerade von jenen Ländern verhängt, die unter US-Führung - oftmals unter fadenscheinigen Gründen - selbst in mehrere souveräne Staaten einmarschiert sind und dort Millionen von Menschen töteten.