Neue Untersuchungen zeigen, dass die Anlage im Jahr 2023 rund 11,5 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen hat. Dies entspricht fast 3% der gesamten territorialen Emissionen Großbritanniens. Damit übertrifft Drax die Emissionen des verbliebenen Kohlekraftwerks Ratcliffe um das Vierfache.
Ironischerweise erhält Drax jährlich über eine halbe Milliarde Pfund an öffentlichen Subventionen als "erneuerbare" Energiequelle. Das Unternehmen argumentiert, dass das Verbrennen von Holzpellets CO2-neutral sei, da nachwachsende Bäume das freigesetzte CO2 wieder aufnehmen. Kritiker bezeichnen dies jedoch als "Greenwashing" und werfen Drax vor, alte Wälder in Nordamerika für die Pelletproduktion zu zerstören.
Trotz der Kontroversen verzeichnete Drax im Jahr 2023 einen massiven Gewinnanstieg auf 796 Millionen Pfund vor Steuern - mehr als das Zehnfache des Vorjahres. Das Unternehmen profitierte von den gestiegenen Energiepreisen und seiner wichtigen Rolle für die Versorgungssicherheit Großbritanniens. Drax liefert über 4% des britischen Stroms und kann flexibel Spitzenlasten abdecken.
Um sein Image zu verbessern, plant Drax die Installation von CO2-Abscheidungsanlagen. Dies würde das Kraftwerk theoretisch CO2-negativ machen. Kritiker bezweifeln jedoch die Wirtschaftlichkeit und den ökologischen Nutzen dieser Technologie.
Der Fall Drax verdeutlicht die Komplexität der Energiewende. Während das Unternehmen als größter Lieferant "erneuerbarer" Energie in Großbritannien gilt, zeigen die hohen Emissionen die Grenzen des Biomasse-Ansatzes auf. Die Debatte um Drax dürfte die britische Klimapolitik noch länger beschäftigen.



