Nach der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank um 75 Basispunkte kursiert im Mainstream ein seltsames Narrativ von der "besiegten Inflation", aber wir haben diese Art von falschem Optimismus seitens der Fed und der Medien schon einmal erlebt. Die Ökonomen, die eine deflationäre Reaktion fordern, könnten ihren Atem noch eine Weile anhalten, da die Preisinflation noch viele Monate lang weiter ansteigen wird. Diese Konsequenz wird durch den Rückgang ausländischer Investitionen in US-Staatsanleihen noch verstärkt.

Höhere Zinssätze und das Versprechen steigender Renditen haben nicht ausgereicht, um ausländische Anleger in die Staatsanleihemärkte zu locken, so dass die Staatsanleihen nun vor dem schlimmsten Zusammenbruch des Anleihemarktes seit einem halben Jahrhundert stehen. Mit der erneuten Umkehrung der Renditekurve geraten langfristige Anleihen ins Visier, und es stellt sich die Frage: Wie wird die US-Regierung ihre exponentiell ansteigenden Schulden ohne ständige Stimulierung durch die Fed und eine ständig wachsende Bilanz zurückzahlen? Mehr Druck bedeutet mehr Preisinflation, aber kein Druck bedeutet auch mehr Preisinflation.

Diese Ungewissheit hat China dazu veranlasst, US-Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit 12 Jahren abzustoßen, und auch Japan, einst ein fester Pfeiler der US-Investitionen, baut seine Bestände ab. Man kann argumentieren, dass dies Teil der Beeinflussung der Devisenmärkte ist, um die Wechselkurse künstlich zu erhöhen oder zu senken, aber unabhängig vom Grund führt der Rückgang der US-Staatsanleihen zusammen mit dem anhaltenden Rückgang des US-Dollars als Weltreservewährung zu einem: mehr Inflation.

Die Dollarbestände in Übersee gehen in die zweistellige Billionenhöhe. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 60 bis 75 Prozent aller Dollars in Überseekassen für den internationalen Handel gehalten werden. Ausfallende US-Anleihen deuten auf einen Trend zu einem Rückgang der Dollarverwendung hin. Das Endergebnis wäre schließlich der Rückfluss von Dollars in die USA, was zu noch mehr Inflation führen würde, als wir es bereits sehen.

Die Zinserhöhung der Fed um 75 Basispunkte ist ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu dem, was nötig sein wird, um die Inflations-/Stagflationskrise zu bremsen. Umkehrungen der Renditekurve können ein Zeichen für eine bevorstehende Rezession sein, aber nicht unbedingt für ein Ende der Preisinflation. Dennoch sagen Mainstream-Ökonomen bereits eine Deflation voraus, die zu einem Gleichgewicht zurückführt? Dies scheint eine weitere Desinformationskampagne zu sein, ähnlich wie das Narrativ "Inflation ist vorübergehend" der letzten zwei Jahre, von dem selbst Janet Yellen jetzt zugibt, dass es völlig falsch war. Die Reaktion der ausländischen Gläubiger deutet nicht auf ein Ende der Inflation hin, sondern eher auf das Gegenteil.