Länder, die von Energie- und Nahrungsmittelimporten abhängig sind, stehen derzeit vor einer Katastrophe. Durch die Finanzkrise 2008/2009 und die Covid-Lockdowns haben sich deren Schuldenberge schon deutlich vergrößert und nun sorgen die enormen Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln, sowie die Stärke des US-Dollars für weitere Verwerfungen. Insbesondere die Entwicklungs- und Schwellenländer, die zumeist in US-Dollar verschuldet sind, haben hier enorme Probleme. Sie bezahlen für den Schuldendienst deutlich mehr, da der starke US-Dollar die Kosten dafür in den Landeswährungen deutlich in die Höhe treibt.
Höhere Schuldenstände (gerade in US-Dollar) und höhere Zinssätze sorgen für eine zunehmend angespannte Lage bei den öffentlichen Haushalten (Staaten, Länder/Provinzen und Kommunen) und auch oftmals bei den privaten Kreditnehmern (da vor allem bei größeren Unternehmen), die sich ebenfalls in der US-amerikanischen Währung verschuldet haben.
Die Katastrophe in Sri Lanka, welches keine Devisenreserven mehr hat um Erdöl, Nahrungsmittel und Medikamente zu importieren, ist ein Vorbote dafür, was auf noch viel mehr Länder zukommen wird. Schon jetzt gehen immer mehr Stromproduzenten bankrott, weil sie zur Stromerzeugung auf Öl (bzw. Diesel) setzen und trotz der Erhöhung der Stromtarife nicht genügend Kapital besitzen, um die Tanks wieder aufzufüllen. Wobei hier ein Doppelschlag stattfindet: Erdöl wird einerseits in US-Dollar gehandelt, wodurch der starke US-Dollar die Preise in den jeweiligen nationalen Währungen schon nach oben treibt und dann liegen die Marktpreise auch noch deutlich höher als zuvor.
Ein ähnliches Spiel sehen wir bei den Nahrungsmitteln, wo die Rohstoffe wie Weizen, Mais, Reis, Soja, Zucker, Speiseöl usw. ebenfalls auf US-Dollar-Basis gehandelt werden. Dort kommt noch eine Verknappung durch Exportrestriktionen hinzu, sowie der stark steigende Preis für Kunstdünger (wo Russland ein wichtiger globaler Produzent ist). Auch hier wird die Lage sukzessive schwierig.
Eine Viertel Billion Dollar an notleidenden Schulden droht die Entwicklungsländer in eine historische Kaskade von Zahlungsausfällen zu stürzen. Die Zahl der notleidenden Entwicklungsländer hat sich verdoppelt, wobei El Salvador, Ghana, Ägypten, Tunesien und Pakistan besonders gefährdet erscheinen. Bei den einkommensschwachen Ländern sind Schuldenrisiken und Schuldenkrisen keine Hypothese - versuchen Sie einmal, das in US-Dollar gehandelte Erdöl in einer Schwellenländerwährung zu kaufen. Ein Fünftel - oder etwa 17 Prozent - der 1,4 Billionen Dollar an Auslandsschulden der Schwellenländer lauten auf Dollar, Euro oder Yen, wie aus den von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Die Akademiker der Fed exportieren die Inflation in Länder, die es sich am wenigsten leisten können. Die Tragödien häufen sich.
Doch die Zahlungsausfälle in den Schwellen- und Entwicklungsländern werden auch eine Kaskade an Insolvenzen in der globalen Banken- und Versicherungslandschaft verursachen. Nicht wenige dieser Finanzkonzerne haben nämlich dort Geld im Feuer. Doch für Bankenrettungspakete ist kein Kapital mehr vorhanden, zumal die Regierungen und die Zentralbanken ihr Pulver breits verschossen haben.





