Vor einigen Tagen erst haben die Sparkassen mitgeteilt, dass laut deren Berechnungen ein durchschnittlicher Haushalt infolge der starken Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmittel mittlerweile mindestens 3600 Euro benötigt, um nicht auf Ersparnisse zur Deckung der laufenden Ausgaben zurückgreifen zu müssen. Hätte man den Deutschen vor etwas mehr als 20 Jahren gesagt, dass man bald schon mit weniger als 7200 D-Mark monatlich faktisch als arm gilt, was hätten diese gesagt? Unvorstellbar! Doch nun ist es so weit. Der Sprit für 5 D-Mark (wie es die Grünen damals schon wollten) ist ohnehin schon faktisch Realität geworden.

Schuld daran sei (wie üblich) Putin. Der Angriff auf die Ukraine sei die Ursache für die ganzen Verwerfungen. Dass Moskau die Gaslieferungen einschränkt, weil die westlichen Politiker eine beispiellose Welle an Sanktionen und Strafmaßnahmen deshalb losgetreten haben, interessiert sie jedoch nicht. Und was noch schlimmer ist: das ist erst der Anfang. Denn immer mehr Unternehmen können sich die teure Energie nicht mehr leisten und schlittern in die Insolvenz (etwas, von dem Wirtschaftsminister Habeck offensichtlich auch keine Ahnung hat).

Wir stehen vor noch größeren Problemen, als man es auf den ersten Blick erkennen kann. Es wird derzeit (aus Unrentabilität) beispielsweise immer weniger Stickstoffdünger produziert, was über kurz oder lang die Lebensmittelproduktion hart trifft. Das heißt: Lebensmittel werden nicht nur teuer, sondern zunehmend auch knapp. Unter Umständen werden wir bereits in einigen Monaten erleben, dass bestimmte Nahrungsmittel rationiert werden, weil es einfach nicht mehr genug für alle Menschen gibt. Die Exportrestriktionen für Weizen, Mais, Zucker, Pflanzenöle usw. die wir bereits jetzt in immer mehr Ländern sehen, werden nämlich noch zunehmen.

Doch wie sollen die Menschen, die wegen der sich langsam abzeichnenden Insolvenzwelle (und damit auch Wirtschaftskrise) ihre Arbeitsplätze verlieren, sich das alles überhaupt noch leisten können? Insbesondere, wenn es sich um die noch gut bezahlten Jobs in der Industrie und im produzierenden Gewerbe handelt, die verloren gehen. 3600 Euro netto verdient man nicht als Kauffrau im Einzelhandel oder als Bürokaufmann, nicht als Erzieherin oder als Botenfahrer. Sofern man überhaupt noch einen Arbeitsplatz finden wird, wenn überall die Lichter ausgehen.

Und wozu das Ganze? Um Moskau für den Feldzug in der Ukraine abzustrafen? Doch wo waren die Sanktionen gegen Washington, London & Co für die illegalen Invasionen (bzw. Angriffskriege) in den Irak, Afghanistan, Serbien, Libyen oder Syrien? Doch spielt das offensichtlich keine Rolle, da es sich einerseits für die verantwortlichen Politiker um "Menschen zweiter Klasse" handelt(e), die eben in Ländern leben, in denen die Globalisten ihre eigenen Interessen haben. Wie auch in der Ukraine, die lediglich ein Bauer in deren Spiel ist und bedenkenlos im Kampf gegen Russland geopfert wird - ein zynischer Krieg bis zum letzten Ukrainer, Hauptsache man kann Russland schwächen. Doch mit einer gewaltigen "Nebenwirkung": Europa deindustriealisiert sich damit selbst und zerstört jenen Wohlstand, den die früheren Generationen aufgebaut haben. Ist es das Wert?