Vizeadmiral Kay-Achim Schonbach sagte am Dienstag an Bord der Fregatte Bayern, der Ausflug des Schiffes in die umstrittene Region in der vergangenen Woche - die erste derartige Reise seit fast zwei Jahrzehnten - sei ein Zeichen dafür, dass Deutschland seine Aktivitäten in der Region in "kleinen Schritten" fortsetzen wolle.

In Anspielung auf weitere Einsätze nach dem "Teaser" sagte Schonbach, Berlin hoffe, ab 2023 weitere Schiffe und Flugzeuge nach Asien zu entsenden. Er fügte hinzu, dass Deutschland in erster Linie an der Aufrechterhaltung einer internationalen, auf Regeln basierenden Ordnung in der Region interessiert sei.

"Diesmal fangen wir mit kleinen Schritten an ... wahrscheinlich werden wir [die Straße von Taiwan] beim nächsten Mal auf bilateraler Basis passieren", sagte Schonbach auf die Frage, warum das Schiff nicht durch die Meerenge fuhr. Er sagte, die Marine konzentriere sich auf Berlins "Wertepartner" und beginne "nicht mit einem Hammer".

Bei einer separaten Veranstaltung am selben Tag in Singapur - wo die Fregatte auf dem Marinestützpunkt Changi angedockt ist - sagte Schonbach, dass die Absicht der Marinetour nicht darin bestehe, zu provozieren, sondern ein Zeichen dafür sei, dass die Dinge einen Punkt erreicht hätten, an dem Berlin die Notwendigkeit sehe, ein "Signal" an Peking zu senden. "Wenn eine Nation wie Deutschland ein Schiff schickt, dann muss in den letzten Jahren etwas geschehen sein, das so wichtig ist, dass Deutschland die Art der Kommunikation ändert."

Die Bayern stach im August mit einer 200-köpfigen Besatzung in Richtung Asien in See. Im folgenden Monat behauptete Deutschland, Peking habe der Fregatte der Brandenburg-Klasse die Einfahrt in seine Häfen verweigert, was Schonbach als "politische Entscheidung" bezeichnete. Er fügte hinzu, dass er keinen direkten Draht zu seinem chinesischen Amtskollegen habe.

Damals hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, erklärt, Peking messe "der Entwicklung einer umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und Deutschland, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen den beiden Streitkräften, große Bedeutung bei."

Obwohl deutsche Beamte die Reise mit dem "Eintreten" für "Werte und Interessen" gleichgesetzt haben, verglich ein Meinungsartikel in der staatlichen chinesischen Zeitung Global Times letzte Woche die Reise mit einem Ruf nach "Aufmerksamkeit" aus Peking. Sie bezeichnete den Schritt als "opportunistischen" Versuch, "kostenlose Publicity" zu bekommen.