In einem aufrüttelnden Interview mit der NZZ lässt der renommierte Ökonom Hans-Werner Sinn kein gutes Haar an der deutschen Energiepolitik. Mit beißendem Sarkasmus zerlegt er die vermeintlichen Erfolge der grünen Transformation und warnt vor einer schleichenden Deindustrialisierung des Landes.

"Deutschland richtet seine eigene Industrie zugrunde. Das werden andere Länder begrüssen, aber nicht kopieren", prophezeit Sinn mit düsterem Humor. Während sich die Bundesregierung für ihre ambitionierten Klimaziele auf die Schulter klopft, sieht der Ökonom darin vor allem wirtschaftlichen Selbstmord.

Die viel gepriesene Energiewende entpuppt sich in Sinns Analyse als Rohrkrepierer: "Elektroautos sind nicht CO2-frei, wie die EU behauptet. Mit der Batterie trägt jedes Auto einen schweren CO2-Rucksack, und der Auspuff ist zwar nicht am Auto festgemacht, steht aber meistens ein paar Kilometer weiter im Kohlekraftwerk." Autsch, das dürfte den E-Auto-Enthusiasten in Berlin nicht schmecken.

Besonders pikant: Laut Sinn verpufft der deutsche Klimaschutz-Aktionismus komplett, da das eingesparte Öl einfach in anderen Ländern verbrannt wird. "Der Effekt der Verbote ist nicht nur klein, weil Europa klein ist, sondern er ist null", konstatiert er trocken. Na dann, Prost Mahlzeit!

Als Lösung schlägt der Ökonom allen Ernstes vor, zur Kernkraft zurückzukehren und einige der stillgelegten Reaktoren wieder anzuwerfen. Man kann förmlich hören, wie den Grünen die Kinnlade herunterfällt.

Sinns Fazit zur deutschen Energiepolitik fällt vernichtend aus: "Eine verkorkste Denkweise in diesem Land." Angesichts der drohenden Deindustrialisierung bleibt dem geneigten Leser nur noch ein sarkastisches Lachen - oder bitteres Weinen.