Die aktuelle Energiekrise in Europa könnte die Elektromobilität in Deutschland ausbremsen und E-Autos für potenzielle Kunden unattraktiv machen, berichtet der "Spiegel". Da Strom immer teurer werde, sei das Aufladen eines E-Fahrzeugs manchmal teurer als das Tanken eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs.
Der Verbrennungsmotor sei bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern im Schnitt mehr als 30 Euro pro Monat günstiger. Bis Ende nächsten Jahres soll ein E-Auto "deutlich im Nachteil sein", zitiert der Spiegel Ferdinand Dudenhoeffer vom Zentrum für Automobilforschung.
Auch die staatlichen Prämien für den Kauf von Elektrofahrzeugen wurden um 25 Prozent gekürzt. Bei einer fast einjährigen Wartezeit auf ein bestelltes Elektroauto erhalte der Käufer einen geringeren Bonus als erwartet. Für Hybridautos gebe es keine staatliche Förderung mehr.
In der gegenwärtigen Situation haben die Verbraucher möglicherweise wenig Lust, ein neues Auto zu kaufen. Sabine Jaskula von ZF, dem zweitgrößten deutschen Automobilzulieferer, bezeichnete die Situation als eine "giftige Mischung aus Energiekrise und Inflation".
Die Produktion von Elektroautos werde in Europa im nächsten Jahr einbrechen, da branchenweit nur noch 11 Millionen Autos statt der geplanten 18 Millionen vom Band laufen könnten, prognostiziert sie.
Ein anderer ZF-Vertreter bezeichnete die Pläne der EU, den Verkauf von Benzin- und Dieselfahrzeugen bis 2035 einzustellen, als illusorisch".
Auch an öffentlichen Ladestationen mangelt es laut "Spiegel" in ganz Deutschland. In einigen Großstädten müssen sich bis zu 60 Fahrzeuge eine einzige Station teilen, und es ist ein groß angelegter Umbau der Stationen erforderlich, um genügend Ladeplätze für alle bereitzustellen.
Es besteht die Gefahr, dass sich Kaufinteressenten von der E-Mobilität abwenden", so der erfahrene Batterieautohändler Wolf Warncke.
Das E-Auto könnte sich also in Bälde als Einbahnstraße erweisen.



