Deutschland reduziert seine Aufrüstungspläne "massiv", da die hohe Inflation und der starke Dollar die Ausrüstung für das Land zu teuer gemacht haben, berichtete das Handelsblatt. Viele Projekte, insbesondere für die Marine und die Luftwaffe, müssten wahrscheinlich gestrichen werden.

Das Schicksal einer dritten Charge von K130-Korvetten hänge nun in der Schwebe, ebenso wie neue Eurofighter-Jets, Fregatten und Panzerhaubitzen, die als Ersatz für die von Berlin in die Ukraine gelieferte Ausrüstung bestellt werden sollten, so die Quellen.

Die Anzahl der Einheiten einer zweiten Serie von Puma-Schützenpanzern, deren Kosten Anfang des Jahres auf 304 Millionen Euro geschätzt wurden, werde ebenfalls wöchentlich reduziert, sagte ein ungenannter Politiker der regierenden "Ampel"-Koalition dem Blatt. "Da viele Projekte eine Laufzeit von fünf bis sieben Jahren haben, stellt die Inflation in dieser Dimension ein ernsthaftes finanzielles Problem dar", erklärte eine der Quellen.

Die wirtschaftliche Lage in Europa ist angespannt. Die Belastung durch die Covid-19-Pandemie und die Auswirkungen der Sanktionen, die die EU gegen Moskau wegen der Militäroperation in der Ukraine verhängt hat, auch die anschließende Verringerung der russischen Energielieferungen an die EU, haben die Situation noch verschärft.

Berichten zufolge waren die Waffenhersteller mit dem Umfang eines Sonderfonds in Höhe von 100 Milliarden Euro, den die deutsche Regierung für Aufrüstungszwecke bereitgestellt hat, unzufrieden. "Um die Wünsche der Bundeswehr zu erfüllen, werden 200 Milliarden Euro benötigt", sagte ein Manager einer Rüstungsfirma dem Handelsblatt.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte bei der Ankündigung der Investition im Juni versprochen, das deutsche Militär damit zur "größten konventionellen Armee" unter den europäischen NATO-Mitgliedsstaaten zu machen. Die Bundeswehr werde in der Lage sein, "jeden Quadratmeter" des Territoriums des von den USA geführten Militärblocks zu verteidigen, betonte er.

Das wird wohl jetzt nix.