Die Energiewende, einst als Garant für sinkende Strompreise und Versorgungssicherheit gepriesen, entwickelt sich immer mehr zum Fass ohne Boden. Während die Politik weiterhin Milliarden in Wind- und Solaranlagen pumpt, bleibt die versprochene Entlastung für Verbraucher aus. Im Gegenteil: Die Kosten steigen, die Strompreise bleiben hoch, und die Steuerzahler müssen für die Differenz zwischen Börsenerlösen und garantierten Einspeisevergütungen aufkommen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie wenig marktwirtschaftlich das System der erneuerbaren Energien tatsächlich funktioniert. Die Betreiber von Wind- und Solaranlagen erhalten weiterhin garantierte Vergütungen, unabhängig davon, ob der erzeugte Strom am Markt gebraucht wird oder nicht. Die Folge: Immer dann, wenn die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen besonders hoch ist – etwa an sonnigen Sommertagen – fallen die Börsenpreise ins Bodenlose. Die Differenz zu den garantierten Vergütungen muss der Staat ausgleichen, und damit letztlich der Steuerzahler.
Subventionen ohne Ende – und kein Ende in Sicht
Im Juni 2025 erreichten die Einnahmen aus der Direktvermarktung von „grünem“ Strom mit knapp 125 Millionen Euro einen Jahrestiefststand. Gleichzeitig musste der Bund mit über 2,4 Milliarden Euro einspringen – der höchste Monatsbetrag seit Abschaffung der EEG-Umlage im Juli 2022. Damals wurde die Umlage aus dem Strompreis gestrichen, um die Verbraucher zu entlasten. Doch die Rechnung zahlen nun alle Steuerzahler, unabhängig vom eigenen Stromverbrauch. Bei 45,8 Millionen einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen ergibt sich so die Zusatzbelastung von 52,57 Euro pro Kopf – ein Betrag, der in der öffentlichen Debatte kaum Beachtung findet.
Die Kostenexplosion ist kein Einzelfall. Im ersten Halbjahr 2025 summierten sich die Bundeszuschüsse auf 7,43 Milliarden Euro – zwar rund 2,4 Milliarden weniger als im Vorjahr, aber immer noch eine gewaltige Summe. Und das EEG-Konto ist nur ein Teil der Wahrheit: Hinzu kommen milliardenschwere Investitionen in den Netzausbau, Ausgleichszahlungen für nicht eingespeisten Strom und Kosten für Redispatch-Maßnahmen, die durch die volatile Einspeisung von Wind- und Solarstrom notwendig werden. Allein für den Netzausbau werden in den kommenden Jahren mehrere Hundert Milliarden Euro veranschlagt.
Die Politik hält dennoch unbeirrt am Kurs fest. Die Hoffnung, dass die Kosten für erneuerbare Energien irgendwann sinken und die Strompreise stabilisieren, hat sich bislang nicht erfüllt. Deutschland bleibt Spitzenreiter bei den Endverbraucherstrompreisen in Europa. Die versprochene Entlastung für Bürger und Unternehmen bleibt aus, während die Subventionen für eine Technologie, die sich am Markt nicht behaupten kann, weiter steigen.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Einnahmen des EEG-Kontos hängen maßgeblich von den Börsenstrompreisen ab. Doch diese sind gerade dann niedrig, wenn viel „grüner“ Strom produziert wird. Im Sommer, wenn Solaranlagen auf Hochtouren laufen, fallen die Preise oft auf null oder sogar in den Minusbereich. Die Ausgaben hingegen steigen mit jeder zusätzlichen Anlage, die ins Netz einspeist. Im Juni 2025 kletterten sie auf knapp 2,48 Milliarden Euro – ein neuer Jahreshöchstwert.
Die Energiewende droht so zum Dauerpatienten zu werden. Die Steuerzahler werden zur Kasse gebeten, während die Betreiber von Wind- und Solaranlagen von garantierten Einnahmen profitieren – unabhängig von Angebot und Nachfrage. Die versprochene Marktintegration der erneuerbaren Energien bleibt eine Illusion. Stattdessen wächst die Abhängigkeit von staatlichen Zuschüssen, und ein Ende der Kostenlawine ist nicht in Sicht.



