Während sich der Fokus auf eine neue Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Staaten als Folge der westlichen Sanktionen gegen Russland richtet, fragen sich einige, ob Indien ein wichtiger Akteur in der neuen globalen Halbleiterindustrie sein wird oder nicht. Raja Manickam, CEO von Tata Technologies, warb diese Woche laut Nikkei für Indien und Südostasien als Standort für Chip-Hersteller. Sein Argument ist, dass das Land einen attraktiven Standort mit einfachem Zugang zu den Schifffahrtswegen hat.
"Es geht immer um den Standort, den Standort und den Standort", sagte Raja diese Woche auf einer Halbleiterkonferenz, die vom Branchenverband SEMI organisiert wurde. Er kritisierte, dass die Halbleiterproduktion derzeit in Asien angesiedelt ist, da die Region anfällig für "geopolitische Sorgen" und "Naturkatastrophen" sei. Taiwan und Südkorea sind derzeit die beiden führenden Akteure in der Branche, und beide Länder sehen sich erneuten Spannungen mit China und Nordkorea gegenüber, heißt es in dem Bericht.
Die indische Regierung hat bereits ein 10-Milliarden-Dollar-Anreizprogramm zur Entwicklung eines Halbleiter-Ökosystems aufgelegt.
Raja fuhr fort: "Die Regierung hat ihren Teil dazu beigetragen, und die jeweiligen Bundesstaaten konkurrieren ebenfalls mit ihren eigenen Anreizpaketen. Jetzt ist es an der indischen Privatwirtschaft, sich zu engagieren."
Er plädierte auch dafür, dass die Industrie Indien ebenso braucht, wie Indien die Produktionskapazitäten gebrauchen kann: "Viele große Halbleiterunternehmen haben ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Indien, so dass es nur logisch ist, dass die Forschungszentren von Produktionsanlagen umgeben sind." Er wies darauf hin, dass Indien "einen riesigen Endverbrauchermarkt bietet".
Loy Hwee Chuan, Executive Director für Telekommunikation, Medien und Technologie bei der DBS Bank in Singapur, stimmte Raja zu. Chuan sagte: "Es wird erwartet, dass der gesamte Halbleitermarkt in Indien mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18,8 Prozent wächst und im Jahr 2026 64 Milliarden Dollar erreicht. Wir könnten mehr Investitionen in Indien und Südostasien sehen, wenn die Hersteller die 'China plus eins'-Strategie übernehmen."
Raja schloss: "Wenn Tata etwas tut, ist es in der Regel etwas Großes, und Tata Sons Chairman Chandra (Natarajan Chandrasekaran) hat bereits signalisiert, dass die Halbleiterindustrie eine seiner Hauptprioritäten sein wird."



