Milliardenpaket um Milliardenpaket wird in Washington geschnürt, um der Ukraine so militärische, humanitäre und finanzielle Hilfe zu leisten, nachdem Moskau nach neuen Eskalationen an der Donbass-Front die Invasion in das Nachbarland startete. Doch nicht die russischen Ambitionen stehen hier auf dem Prüfstand, sondern jene der Amerikaner, die in den westlichen Mainstreammedien grundsätzlich nicht hinterfragt werden. Denn Washington hat bereits in den letzten Jahren, seit dem westlich unterstützten Maidan-Putsch 2014, nicht auf Diplomatie sondern vielmehr auf Subversion gesetzt. Man hat den russischen Bären so lange gereizt, bis dieser zurückschlug.
Doch alles was man bislang aus den Mündern der US-amerikanischen Politiker hört, ist, dass man Russland schwächen will und möchte, dass die Ukraine ein "souveränes Land" bleibe. Dies sind sehr vage Zielsetzungen, die eine klare Strategie vermissen lassen. Irgendwie versucht man dem osteuropäischen Militär mit der Resterampe der US-amerikanischen (und europäischen) Rüstungsbestände, sowie ein paar moderneren Waffen, unter die Arme zu greifen. Ein paar Panzer, Drohnen, Kampfjets und natürlich Artillerie sind dabei nennenswert. Doch ein koordiniertes und systematisches Vorgehen der westlichen Alliierten ist nicht zu sehen.
Irgendwie, so scheint es, will man lediglich versuchen, den Ukrainern so lange wie möglich zu helfen, bis die russischen Truppen schlussendlich jenen Punkt erreichen, an dem Kiew nur mehr die Kapitulation übrig bleibt. Es scheint, als ob man in Washington (sowie in London und Brüssel) darauf hofft, dass ein in die Länge gezogener Krieg dem russischen Präsidenten Wladimir Putin so viel Druck auferlegt, dass dieser durch interne russische Kräfte gestürzt wird. Natürlich ohne zu bedenken, dass ihm eine Persönlichkeit folgen könnte, die deutlich nationalistischer und völlig antiwestlich ist als Putin selbst. Jemand, der nicht so besonnen und strategisch agiert, wie das aktuelle russische Staatsoberhaupt. Dies wäre dann für den US-geführten Westen eine Situation, in der man vom Regen in die Traufe gerät - und vielleicht tatsächlich in einen Dritten Weltkrieg mit Atomwaffeneinsatz. Doch eine solche Eskalation dürfte wohl kaum im Interesse der Menschheit sein.
Was will Washington dann? Die Lieferung von Waffen, Munition, Ausrüstung und humanitärer Hilfe in Höhe von 100-200 Milliarden Dollar kann zwar den Krieg in die Länge ziehen und dafür sorgen, dass vielleicht hunderttausende Ukrainer und Russen bei den Kämpfen sterben, doch am Ende wird Kiew wohl ohnehin kapitulieren müssen. Auch die ganzen Sanktionswellen haben nicht einmal ansatzweise jene Wirkung, die sie eigentlich haben sollten. Im Gegenteil: vielmehr sorgen sie für eine Energiekrise in Europa und weltweit für eine Lebensmittelkrise. In Russland selbst hingegen sind Sprit, Strom und Nahrungsmittel nicht so extrem teuer geworden und die Inflation befindet sich weitestgehend im üblichen Rahmen. Auch ist der Rubel so stark wie seit 2018 nicht mehr, weil die Nachfrage für den Handel mit Russland steigt.
Wie lange soll das noch so weitergehen? Die undiplomatische Haltung der Vereinigten Staaten mit ständigen Maximalforderungen wird nicht aufgehen. Der aktuelle Stellungskrieg begünstigt die russische Seite, die weiterhin steten Nachschub erhält während die ukrainische Seite immer weiter zermürbt wird. Die Verhandlungsposition Kiews verschlechtert sich zusehends, so dass die Forderungen Washingtons immer absurder werden. Rückkehr auf die Positionen vor dem Einmarsch? Rückgabe der Krim an die Ukraine? Das wird sich nicht spielen.
Klar, das russische Militär wird so geschwächt, doch andererseits gewinnen die Truppen so auch mehr reale Kampferfahrung - etwas, das beispielsweise vielen US-Soldaten fehlt, da das US-Militär grundsätzlich auf die technologische Überlegenheit setzt. Dies werden die Russen dann auch bei den Militärübungen mit China und anderen Ländern nutzen, um so mit den befreundeten Ländern entsprechende Erfahrungen teilen zu können.
Auf jeden Fall zeigt es sich, dass die Amerikaner in Bezug auf die Ukraine offensichtlich einfach nur handeln, ohne sich groß irgendwelche Gedanken darüber zu machen, wie sie aus dem Schlamassel wieder rauskommen sollen. Außer man hält dies für einen Teil eines größeren Plans, der mit der kompletten weltwirtschaftlichen Destabilisierung (z.B. für den "Great Reset" des Weltwirtschaftsforums) einhergeht. Dann ist nämlich eine Exit-Strategie ohnehin nicht geplant.



