Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen hat erklärt, sie schließe nicht aus, die Ukraine im Falle einer Eskalation der Krise mit Waffen und militärischer Ausrüstung zu unterstützen, und fügte hinzu, sie habe "keine prinzipiellen Einwände" dagegen, berichtet die Zeitung Jyllands-Posten.

"Die Situation um die Ukraine stellt jetzt eine ernsthafte Bedrohung für Europa dar, und es besteht ein reales Risiko eines bewaffneten Konflikts auf europäischem Boden", schätzte Mette Frederiksen ein.
Sowohl die liberal-konservative Oppositionspartei Venstre als auch die mit den regierenden Sozialdemokraten verbündete Sozialistisch-Liberale Partei unterstützen die Entsendung von Militärgütern in die Ukraine. Die Sozialliberalen, eine weitere Schwesterpartei, unterstützen diese Maßnahme ebenfalls, allerdings nur in Abstimmung mit der EU.

Die dänische Premierministerin drohte Russland außerdem mit Sanktionen "von noch nie dagewesenem Ausmaß", sollte die Lage in der Ukraine weiter eskalieren. Wie viele westliche Länder sieht auch Dänemark Russlands Truppenaufmarsch innerhalb der eigenen Grenzen als "Aggression" gegen die Ukraine, obwohl Moskau wiederholt Invasionspläne dementiert hat.

Auf die Frage, ob es möglich sei, dänische Stiefel auf ukrainischem Boden zu haben, wollte Frederiksen jedoch keine Antwort geben. Gleichzeitig kündigte sie mehr Geld für die Streitkräfte an, falls deren derzeitiges Budget nicht ausreichen sollte.

Letzte Woche besuchte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Dänemark. Dabei kündigte sein dänischer Amtskollege und Parteifreund von Frederiksen, Jeppe Kofod, an, dass die Regierung in den nächsten vier Jahren 875 Mio. DKK (118 Mio. EUR) für das dänische Nachbarschaftsprogramm bereitstellen werde, von denen die Ukraine 550 Mio. DKK (74 Mio. EUR) erhalten werde.

Zuvor hatte Dänemark bereits eine Fregatte zu den kombinierten NATO-Streitkräften in der Ostsee beigesteuert und Kampfflugzeuge für die Luftüberwachung der baltischen Staaten bereitgestellt - beide Schritte wurden als Überwachung, Abschreckung und "Signal an Russland" dargestellt.