Immer wieder auftauchende Berichte, in denen über den "schlechten Gesundheitszustand" von Wladimir Putin spekuliert wird, scheinen seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine zu einer zweimonatlichen Übung geworden zu sein. Zu den jüngsten und weit verbreiteten angeblichen Gesundheitsängsten gehörte eine angebliche Krebsdiagnose und -behandlung im April, die sich auf anonyme Quellen stützt, die behaupten, sie wüssten Bescheid, aber zum Teil auch auf das "dramatisch veränderte Erscheinungsbild" des russischen Staatschefs - so einige westliche Berichte.
Doch immer wieder erweisen sich diese "Gerüchte" als reine Sensationsmeldungen, die sich bestenfalls als Mutmaßungen oder Spekulationen herausstellen, als unzutreffend. Es gibt weder Beweise noch eine offizielle Bestätigung des Kremls oder einer Putin nahestehenden Person.
In den ersten Monaten des Krieges gab es sogar Gerüchte, dass Putin "im Sterben liegt" - und dass dies ein Grund dafür war, dass er mit dem Befehl zum Einmarsch in die Ukraine ein so großes politisches Risiko einging. Die Idee war, dass ein Putin, der sich dem Ende nähert, ein gefährlicherer und unberechenbarerer Führer ist.
Eine wichtige Bestätigung kam jedoch diese Woche von jemandem, der aufgrund der ihm vorliegenden hochrangigen Geheimdienstinformationen möglicherweise Bescheid weiß. CIA-Direktor William Burns erörterte die Angelegenheit am Mittwoch auf dem Aspen Security Forum und sagte, dass es bisher keine Erkenntnisse gebe, die auf einen schlechten Gesundheitszustand Putins hindeuten.
Burns sagte dem Publikum der jährlichen Veranstaltung, dass der russische Präsident "viel zu gesund" sei. Laut BBC erklärte Burns: "Es gibt viele Gerüchte über den Gesundheitszustand von Präsident Putin, und soweit wir das beurteilen können, ist er völlig gesund", sagte Burns. Der CIA-Direktor, der zuvor US-Botschafter in Moskau war, fügte jedoch den wichtigen Vorbehalt hinzu, dass seine Bemerkung "kein offizielles Geheimdiensturteil" sei.
Und doch steht sie im Einklang mit der offiziellen Einschätzung Großbritanniens in dieser Angelegenheit. Der britische Chef des Verteidigungsstabs, Admiral Sir Tony Radakin, sagte zu Beginn dieser Woche, dass das ganze Gerede über Putins schwächelnde Gesundheit lediglich "Wunschdenken" sei. Er wies auch darauf hin, dass er auch nicht von einem "Attentat" bedroht sei.
Der Kreml hat die Gelegenheit genutzt, um inmitten der westlichen Kommentare über Putins Gesundheit Klarheit zu schaffen. Der Sprecher der russischen Präsidentschaft, Dmitri Peskow, sagte am Donnerstag in einer Pressekonferenz: "In den letzten Monaten haben ukrainische, amerikanische und britische so genannte Informations-'Spezialisten' verschiedene Fälschungen über die Gesundheit des Präsidenten in Umlauf gebracht. Aber es sind nichts als Fälschungen."



