Nur einen Tag, nachdem Chinas Staatschef Xi Jinping seine dritte Amtszeit antrat und eine große Führungsumbildung vornahm, schwächte sich der chinesische Yuan am Montag deutlich ab und die Aktien des Landes erlebten ihren schlechtesten Tag seit der globalen Finanzkrise 2008.

Der Renminbi erreichte am Inlandsmarkt ein neues 14-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar. Der Hang Seng Tech Index, der die 30 größten in Hongkong notierten Technologieunternehmen abbildet, brach um fast 10 % ein. Die Aktien der Tech-Giganten Alibaba und Tencent brachen um mehr als 11 % ein, was ihren Börsenwert um insgesamt 54 Mrd. USD schmälerte.

Der drastische Ausverkauf erfolgte einen Tag, nachdem die regierende Kommunistische Partei ihre neue Führung für die nächsten fünf Jahre vorgestellt hatte. In der neuen Führungsriege fehlten eine Reihe hochrangiger Beamter, die sich für Marktreformen und die Öffnung der Wirtschaft eingesetzt hatten. Dies löste bei den Anlegern Besorgnis über die künftige Ausrichtung des Landes und seine Beziehungen zu den USA aus.

"Es scheint, dass die Umbesetzung der Führungsspitze ausländische Investoren dazu veranlasst hat, sich von ihren chinesischen Investitionen zu trennen, was zu heftigen Kursverlusten bei den in Hongkong notierten chinesischen Aktien führte", sagte Ken Cheung, leitender asiatischer Devisenstratege der Mizuho Bank, gegenüber CNN.

Unterdessen stellen einige Analysten fest, dass Peking in den letzten Monaten weniger drastische regulatorische Maßnahmen gegen Tech-Giganten ergriffen hat. "Ein Teil der Politik gegenüber Tech-Aktien wurde aufgeweicht", sagte Duncan Wrigley, Chefökonom für China bei Pantheon Macroeconomics, gegenüber CNBC. "Insgesamt denke ich, dass die Haltung der Führung und der Regierungen im letzten Jahr insgesamt positiver geworden ist", fügte er hinzu.

Der Rückschlag des Marktes erfolgte trotz der Veröffentlichung von BIP-Daten, die besser als erwartet ausfielen, durch das Nationale Amt für Statistik. Dem Bericht zufolge wuchs die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal um 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 3,4 % gerechnet.