Das englischsprachige Sprachrohr der chinesischen Regierung, die Global Times, hat besonders laut und kriegerisch auf die mögliche Reise von Nancy Pelosi auf die selbstverwaltete Insel Taiwan reagiert:

"Macht euch bereit für den Krieg", hieß es in einer Meldung der 80. Gruppe der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) über den US-Besuch in Taiwan, wie am Freitag, 29. Juli, berichtet wurde. Die Kriegsbotschaft der chinesischen Armee über den möglichen US-Besuch in Taiwan hat Berichten zufolge in nur 12 Stunden mehr als 300.000 Daumen nach oben bekommen, was laut Global Times zu einer "hohen Moral unter den chinesischen Soldaten" führte.

GT erinnert sein Publikum außerdem daran, dass das Land möglicherweise zeitgleich mit dem Taiwan-Besuch von Pelosi (sofern sie ihn durchführt) das 95-jährige Bestehen der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) feiern wird:

Die 80. Gruppenarmee veröffentlichte einen Kommentar, in dem es heißt: "Wir müssen uns der grundlegenden Verantwortung der Kriegsvorbereitung bewusst sein und uns auf den Weg einer starken Armee machen." Der Kommentar hat 8.000 Daumen nach oben erhalten.

...Im Vorfeld des 95. Jahrestages der Gründung der PLA am 1. August betonte Xi, der auch Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission ist, die Notwendigkeit, die Strategie zur Stärkung der Streitkräfte durch die Ausbildung kompetenten Personals in der neuen Ära weiter umzusetzen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.

Gleichzeitig behauptete der prominente GT-Kenner und frühere Herausgeber der Publikation, Hu Xijin, das chinesische Militär habe "das Recht", Pelosis Flugzeug und jegliche US-Kampfjet-Eskorte aus dem Luftraum Taiwans (den China als seinen eigenen beansprucht) zu blockieren.

Dies, nachdem er in den vergangenen Tagen berichtet hatte, dass Peking "alle Optionen, einschließlich der militärischen", in Erwägung ziehe:

Chinas chauvinistische Äußerungen, die von regierungsnahen Medien und Kommentatoren wiedergegeben werden, haben in letzter Zeit bei amerikanischen Beobachtern große Aufmerksamkeit erregt, da der Westen darüber spekuliert, welche Art von Reaktion Peking für den Fall vorbereitet, dass Pelosi tatsächlich in Taipeh landet, was nur wenige Tage entfernt sein könnte.

Es herrscht jedoch allgemein der Eindruck, dass Washington im Falle einer aggressiven Reaktion Chinas - die über die üblichen Kriegsübungen hinausgeht (derzeit finden im Südchinesischen Meer Schießübungen statt) - nur wenig dagegen unternehmen kann, da dies angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Ukraine eine gleichzeitige "Konfrontation" der Supermächte an zwei wichtigen Fronten bedeuten würde.

Doch ist der US-geführte Westen (samt den asiatisch-pazifischen Verbündeten wie Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland) eigentlich für solch einen Showdown bereit?