Seit Jahren verkaufen uns Politiker die Vision einer klimaneutralen Zukunft, die angeblich Arbeitsplätze schafft, die Wirtschaft ankurbelt und die Umwelt rettet. Die Realität jedoch sieht ernüchternd aus: Deutschland hat heute die höchsten Strompreise der Welt, Familien müssen sparen, Unternehmen wandern ab, und die Versorgungssicherheit steht auf wackeligen Beinen. Wer glaubt, mit Windrädern und Solarpaneelen lasse sich eine hochindustrialisierte Volkswirtschaft betreiben, glaubt auch, dass man ein Kreuzfahrtschiff mit Ruderbooten antreiben kann.

Die Kostenlawine rollt längst. Milliarden an Subventionen fließen jedes Jahr in Wind- und Solarprojekte, die ohne staatliche Stütze gar nicht existenzfähig wären. Bürger finanzieren dies über Steuern, Umlagen und Netzentgelte – während gleichzeitig neue Billionenprogramme für „Klimaschutz“ angekündigt werden. Die Industrie wird durch Sonderregelungen künstlich entlastet, doch kleine und mittlere Unternehmen bleiben auf den Kosten sitzen. Wer ein Haus beheizen oder sein Auto tanken will, merkt die Abgabenpolitik direkt im Geldbeutel. Das Ergebnis: schleichende Verarmung der Mittelschicht.

Dazu kommt die fatale Illusion von Versorgungssicherheit. Wind und Sonne liefern Strom nach Wetterlage – aber nicht nach Bedarf. Bei Dunkelflauten muss Kohle- und Gaskraft einspringen, Atomkraftwerke wurden ideologisch blind abgeschaltet. Statt einer stabilen Grundlast haben wir ein Stromnetz am Limit, das immer häufiger nur durch den teuren Zukauf von Atom- und Kohlestrom aus Frankreich, Polen oder Tschechien stabilisiert wird. Das angeblich „grüne“ Deutschland lebt also längst vom Import der Energie, die man im Inland verteufelt.

Noch absurder wird es beim Thema Klimaschutz. Deutschlands Anteil am weltweiten CO₂-Ausstoß liegt bei rund zwei Prozent. Selbst wenn man morgen komplett aufhören würde, CO₂ auszustoßen, hätte das auf das Weltklima keinen messbaren Effekt (zumal das Kohlendioxid ohnehin nur eine begrenzte Rolle dabei spielt). China baut jede Woche neue Kohlekraftwerke, Indien zieht nach, und selbst die USA setzen trotz grüner Rhetorik auf Fracking-Gas und neue Ölbohrungen. Die deutsche Energiewende ist somit ein ideologischer Alleingang – teuer, wirkungslos und mit katastrophalen Folgen für den Standort.

Die Deindustrialisierung ist keine ferne Gefahr, sondern die beinahe tagtäglich in den Schlagzeilen auftretende Realität. Chemiekonzerne wie BASF verlagern Investitionen nach China, Stahlwerke kämpfen ums Überleben, Glas- und Aluminiumhersteller drosseln ihre Produktion oder schließen ganz. Deutschland verliert sein industrielles Rückgrat, und mit ihm gehen Arbeitsplätze, Innovation und Steuereinnahmen verloren. Das ist kein Kollateralschaden, das ist die logische Folge einer Politik, die Wirtschaft gegen Ideologie eingetauscht hat.

Man könnte fast meinen, die Energiewende sei ein Programm zur Zerstörung Europas, so perfekt passt das Ergebnis in das geopolitische Bild. Während die USA ihr Fracking-Gas teuer nach Europa verschiffen, macht sich Deutschland abhängig von Lieferanten, die es gleichzeitig politisch bekämpft. Der Traum von grüner Autarkie endet in der Realität der Abhängigkeit – nicht nur energetisch, sondern auch industriell. Windräder, Solarpaneele und Batterien stammen überwiegend aus China. Ausgerechnet jenes Land, das als „Klimasünder“ gilt, verdient prächtig an der deutschen Energiewende.

Das ist meine Sicht: Die Energiewende ist kein Fortschrittsprojekt, sondern ein gigantischer Wohlstandsvernichter. Sie kostet Milliarden, zerstört Industrien, treibt Bürger in die Armut und bringt im globalen Maßstab nichts außer Symbolpolitik. Aber vielleicht liege ich falsch. Vielleicht entsteht aus den Subventionen tatsächlich ein neues goldenes Zeitalter der Innovation. Vielleicht wird das Land trotz Dunkelflauten nie Blackouts erleben und vielleicht zahlen sich die Opfer am Ende doch aus.

Also: Change my view. Wo liegt mein Denkfehler? Ist die Energiewende wirklich ein Erfolgsmodell – und wenn ja, für wen?

(Anmerkung der Redaktion: Dies ist der zweite Artikel einer unregelmäßig erscheinenden Artikelserie unserer Autoren. Wir laden Sie herzlichst dazu ein, in der Kommentarsektion Argumente pro und contra des jeweiligen Themas auszutauschen. Wir werden gerne auch Themen aufgreifen, die Sie uns in den Kommentaren vorschlagen können. Wir denken, dass eine funktionierende Demokratie gesunde Debatten zu kontroversen Themen benötigt, die (möglichst) frei von Denkverboten sind. Demokratie braucht nämlich nicht nur Meinungsfreiheit, sondern auch Meinungsvielfalt. Der von einem Linksextremen ermordete Charlie Kirk hat mit seinen "Change my view"-Aktionen einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. In memoriam wollen wir auch im deutschsprachigen Raum dazu beitragen, dass dessen Werk nicht in Vergessenheit gerät.)