Die Hoffnung, mit Friedrich Merz an der Spitze eine klare Abkehr von der Merkel-Ära einzuleiten, hat sich für viele CDU-Anhänger zerschlagen. Statt einer Rückbesinnung auf bürgerlich-konservative Prinzipien setzt die Partei auf Anpassung und Kompromissbereitschaft nach grünlinks – mit fatalen Folgen für ihre Wählerbindung. Die jüngsten Analysen des Forsa-Instituts zeigen, dass die CDU nicht nur an Zustimmung verliert, sondern auch ihre gesellschaftliche Verankerung einbüßt.
Die Zahlen sind deutlich: Während Angela Merkel trotz ihrer Umstrittenheit und den Folgen der von ihr mitverursachten Migrationskrise ("Wir schaffen das") im Jahr 2017 noch fast ein Viertel aller Wahlberechtigten mobilisieren konnte, sackte dieser Wert unter Armin Laschet 2021 dramatisch ab. Friedrich Merz, der zumindest unter vielen Unionsanhängern als Hoffnungsträger für einen konservativen Neuanfang galt, konnte diesen Trend nicht umkehren. Im Gegenteil: Die CDU bleibt unter seinem Vorsitz deutlich unter dem Niveau der Merkel-Jahre. Die Partei verliert weiter an Rückhalt – insbesondere bei Frauen, Ostdeutschen und einstigen Wechselwählern.
Die CDU im Schatten des Zeitgeists
Die Ursachen für den Niedergang sind vielschichtig, doch ein zentrales Motiv zieht sich durch die Forsa-Analyse: Die CDU hat sich von ihren Wurzeln entfernt. Statt konservative Werte zu verteidigen, sucht sie Anschluss an den linksgrünen Mainstream. Die Folge ist eine Entfremdung zwischen Parteiführung und Basis, die sich in den Zahlen zur politischen Stimmung niederschlägt. Nur noch 20 Prozent der Wahlberechtigten können sich aktuell für CDU und CSU erwärmen – ein historischer Tiefstand.
Besonders brisant: Die Union verliert nicht nur an die AfD, sondern auch an die Gruppe der Nichtwähler. Die Strategie, mit einer moderaten, kompromissbereiten Politik neue Wählerschichten zu erschließen, geht nicht auf. Im Gegenteil: Die Partei wirkt profillos, ihre Botschaften bleiben blass. Selbst die Rückgewinnung ehemaliger FDP-Wähler konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Die einstige Volkspartei droht, zur Randerscheinung zu werden.
Forsa-Chef Manfred Güllner bringt es auf den Punkt: „Die Verankerung der Merz-CDU in der Wählerschaft ist deutlich schwächer als die der Merkel-CDU.“ Die neue schwarz-rote Koalition habe die Erosion des Parteiensystems nicht gestoppt, sondern weiter verschärft. Die Zahlen zur Zufriedenheit mit Friedrich Merz sind alarmierend: Nur noch 32 Prozent der Wahlberechtigten sind mit seiner Arbeit zufrieden, während 64 Prozent ihre Unzufriedenheit äußern. Ein neuer Negativrekord für den CDU-Chef.
Die Causa Brosius-Gersdorf, die in der Öffentlichkeit für Irritationen sorgte, hat die Lage weiter verschärft. Besonders bei Frauen und Ostdeutschen ist die Zustimmung für Merz auf ein Rekordtief gefallen. Selbst bei den Wählern der AfD, die Merz eigentlich zurückgewinnen wollte, findet sich kaum noch Unterstützung. Die CDU verliert damit nicht nur an Breite, sondern auch an Tiefe in ihrer Wählerschaft.
Die aktuelle Sonntagsfrage zeigt das ganze Ausmaß der Krise: AfD und Union liegen mit jeweils 25 Prozent gleichauf, während SPD, Grüne und Linke stagnieren. Die FDP und das BSW wären im Bundestag nicht mehr vertreten. Schwarz-Rot kommt zusammen nur noch auf 38 Prozent der wahlwilligen Bürger – ein historischer Tiefstand, der die Schwäche der etablierten Parteien offenbart.
Der Verrat an konservativen Werten
Die Entwicklung der CDU unter Merz ist ein Lehrstück für den Preis politischer Anpassung. Wer sich dem Zeitgeist unterwirft und die eigenen Prinzipien opfert, verliert nicht nur an Glaubwürdigkeit, sondern auch an Rückhalt. Die CDU hat es versäumt, sich als echte Alternative zum linksgrünen Mainstream zu positionieren. Stattdessen setzt sie auf eine Politik der kleinen Schritte und faulen Kompromisse – und wird dafür von den Wählern abgestraft.
Die AfD profitiert von dieser Entwicklung, ohne selbst große Anstrengungen unternehmen zu müssen. Laut Forsa gewinnt sie ihre Wähler vor allem aus dem Lager der bisherigen Nichtwähler – ein Indiz dafür, wie tief die Enttäuschung über die etablierten Parteien reicht. Die CDU steht vor einer existenziellen Herausforderung: Entweder sie besinnt sich auf ihre konservativen Wurzeln und bietet dem Zeitgeist die Stirn, oder sie riskiert, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Die Zahlen sind ein Weckruf – nicht nur für die CDU, sondern für das gesamte bürgerliche Lager. Wer konservative Werte verrät, verliert das Vertrauen der Bürger. Die Union muss sich entscheiden: Anpassung oder Profil, Zeitgeist oder Prinzipien. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Friedrich Merz und seine Partei den Mut zur Erneuerung aufbringen – oder ob sie weiter im Schatten des linksgrünen Mainstreams verharren.


