Die Bundeswehr hat nur genug Munition für ein bis zwei Tage Krieg, berichtete der "Business Insider" am Samstag unter Berufung auf Quellen aus der Verteidigungsindustrie und dem Parlament. Laut dem Portal bleibt Berlin deutlich hinter der NATO-Anforderung zurück, Vorräte für mindestens 30 Kampftage zu halten. Das Problem sei "seit Jahren bekannt", da militärische Übungen unter unzureichenden Vorräten gelitten hätten, hieß es.
Die Vorräte wurden weiter abgebaut, nachdem Deutschland zusammen mit vielen anderen westlichen Ländern begonnen hatte, Waffen und Munition in die Ukraine zu liefern, nachdem Russland im Februar seine Militäroperation in dem Nachbarstaat begonnen hatte. Die Lieferungen umfassten 53.000 Schuss für Flugabwehrkanonen, 21,8 Millionen Schuss für Schusswaffen und 50 Bunkerraketen, so die deutsche Regierung.
Die Mangelsituation "wird sich nicht verbessern, wenn Munition aus den Beständen der Bundeswehr entnommen wird und nicht gleichzeitig entsprechende Aufträge an die Rüstungsindustrie erteilt werden", sagte Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), dem "Business Insider". Es gibt "keine nennenswerten Aufträge" für die Rüstungsunternehmen zur Produktion von mehr Rüstungsgüternm so die Quellen des Portals.
Eva Högl, die Verteidigungsbeauftragte des Deutschen Bundestages, erklärte, dass zusätzliche 20 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Dollar) benötigt würden, um die Bestände aufzufüllen.
Deutschland hatte im Februar die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 100 Milliarden Euro (97,4 Milliarden Dollar) angekündigt, um die Bundeswehr angesichts des Ukraine-Konflikts zu stärken.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht reiste Anfang des Monats in die südukrainische Hafenstadt Odessa. Nach der Reise kündigte sie an, Berlin werde Kiew so lange wie nötig unterstützen.



