Die Deutschen werden in etwa zwei Monaten mit deutlich höheren Gasrechnungen konfrontiert sein, berichtet die "Tagesschau" am Donnerstag. Die Regierung plant, am 1. Oktober einen Sonderzuschlag für alle Gasverbraucher einzuführen, um die zusätzlichen Kosten für Gasimporte im Vorfeld der sich abzeichnenden Energiekrise zu decken, so mehrere deutsche Medien.

Der Aufschlag soll zwischen dem 1. Oktober 2022 und Ende September 2024 gelten, berichtete die Zeitung Die Zeit unter Berufung auf ein internes Dokument des Wirtschaftsministeriums. Das Dokument werde derzeit von verschiedenen Bundesministerien erörtert und solle bis Ende August als Ministerialerlass veröffentlicht werden, so die "Tagesschau" weiter.

Wirtschaftsminister Robert Habeck bestätigte, dass die Umlage zwischen 1,5 und 5 Eurocent pro Kilowattstunde liegen könnte. "Wir können nur eine Preisspanne nennen", sagte er vor Journalisten und fügte hinzu, dass der Aufschlag letztendlich den Anstieg der "Beschaffungskosten" für Gasimporte ausmachen würde, die die fehlende russische Energie ersetzen sollen. "Letztendlich weiß man nicht, wie hoch die Kosten im November oder Dezember sein werden, aber die bittere Nachricht ist, dass es definitiv ein paar hundert Euro pro Haushalt sein werden", fügte er hinzu.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zielt die Maßnahme darauf ab, "die Marktmechanismen und Lieferketten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und zu verhindern, dass Gashändler in Konkurs gehen und Dominoeffekte in der Energieversorgungskette auslösen".

Habeck räumte ein, dass die Entscheidung zur Einführung des Zuschlags ein "schwieriger Schritt ist, der mit viel Stress verbunden ist". Gleichzeitig sagte er, dass "wir als Staat nicht alle Kosten tragen können".

Im schlimmsten Fall könnte die Preiserhöhung für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 20.000 kWh zu zusätzlichen Ausgaben von bis zu 1.000 Euro (1.016 Euro) pro Jahr führen, so "die Zeit". Etwa die Hälfte der deutschen Haushalte wird mit Gas beheizt.

Mit dem Aufschlag können die Gasimporteure bis zu 90 % der gestiegenen Beschaffungskosten an die Endverbraucher weitergeben, so das Magazin "Focus". Die Maßnahme werde zusätzlich zu den normalen Preiserhöhungen, die planmäßig stattfinden, durchgeführt, heißt es weiter.

Deutschland steuere auf eine "riesige Energiekrise", die derzeitigen Energiepreise seien realitätsfern und würden die Energieunternehmen daran hindern, in einem wettbewerbsorientierten Umfeld normal zu arbeiten, so ein Redakteur von "die Welt".

Die Bürger sollen jetzt also dafür bezahlen, weil die Bundesregierung nicht fähig ist, die Energiewende zu vollziehen und weil sie gemeinsam mit der EU Russlands Energielieferungen  boykottiert.

Sie wissen wo und wie sie sich dafür bedanken können.