Die Bundesregierung erwirbt einen Anteil von 30 % am Energiekonzern Uniper, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Die Regierung werde den Anteil zu einem Nennwert von 1,70 Euro pro Aktie erwerben und dem Unternehmen 7,7 Milliarden Euro in Form von eigenkapitalähnlichen Mitteln zur Verfügung stellen, so der Bundeskanzler. Darüber hinaus ordnete Scholz an, die Kreditlinien der staatlichen deutschen Bankengruppe KfW für Uniper von derzeit 2 Mrd. € auf 9 Mrd. € zu erhöhen.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Unternehmen vor dem Hintergrund des Rückgangs der Gaslieferungen aus Russland zu retten. Der Rückgang der Gaslieferungen hat dazu geführt, dass Uniper sich nicht mehr vollständig auf seine langfristigen Verträge zu einem festen Preis verlassen kann, sondern in letzter Zeit gezwungen war, Gas auf dem Spotmarkt zu einem viel höheren Preis zu kaufen, um die Engpässe auszugleichen.

Die staatliche Intervention wird es dem Unternehmen nach Ansicht von Analysten ermöglichen, sich trotz der höheren Preise über Wasser zu halten.

Die Uniper-Aktie reagierte zunächst mit einem Kurssprung auf die Nachricht, stürzte dann aber am Freitag ab und erreichte um 14:40 Uhr GMT mit 7,02 Euro pro Aktie ein neues Allzeittief, so dass die Aktie im Tagesverlauf 33,10 % verlor.

Trotz des Rettungsschirms, der Uniper angeboten wurde, sagte Scholz, dies sollte nicht als Blaupause für eine mögliche Rettung anderer Energieunternehmen angesehen werden.