Deutschland plant, 67 Milliarden Euro bereitzustellen, um heimischen Energieunternehmen, die von Versorgungsengpässen infolge des starken Rückgangs der Erdgasimporte aus Russland betroffen sind, finanziell zu helfen, berichtete das Handelsblatt am Dienstag unter Berufung auf der Bundesregierung nahestehende Quellen.
Das massive Finanzpaket soll der staatlichen Investitions- und Förderbank KfW helfen, Garantien und Liquiditätshilfen für heimische Energieunternehmen bereitzustellen. Die Mittel werden den Angaben zufolge aus dem WSF (Wirtschaftsstabilisierungsfonds) übertragen, der während der Covid-19-Pandemie eingerichtet wurde.
"Angesichts der Preiserhöhungen ist ein vorausschauendes Handeln der Bundesregierung und der KfW erforderlich", hieß es aus Regierungskreisen gegenüber den Medien.
"Dem Bundeswirtschaftsministerium liegen verschiedene Anträge auf Liquiditätsüberbrückung von Unternehmen der Gas- und Energieversorgungswirtschaft vor, die derzeit geprüft werden", heißt es in einem internen Regierungspapier, das dem Handelsblatt vorliegt. "Das Volumen der Anträge liegt im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich."
Anfang des Monats hatte der größte deutsche Gasimporteur Uniper um zusätzliche staatliche Hilfen gebeten, weil er bei seinen Versuchen, russisches Erdgas durch den Kauf von Gas auf dem Spotmarkt zu ersetzen, finanzielle Verluste erlitten hatte.
Die Gaspreise in der EU sind in den letzten Monaten infolge der gegen Moskau verhängten Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und der Verringerung der russischen Lieferungen in die Höhe geschnellt.



