Der Erdgasverbrauch der privaten Haushalte in Deutschland ist derzeit zu hoch, um nachhaltig zu sein, warnte die Netzregulierungsbehörde des Landes am Donnerstag und wies auf mögliche Energierationierungen hin.
Die Bundesnetzagentur stellte fest, dass der Gasverbrauch der Haushalte und der Kleinindustrie in der vergangenen Woche 483 Gigawattstunden (GWh) betrug und damit 14,5 % über dem Durchschnitt der letzten vier Jahre lag.
"Die Zahlen für diese Woche sind daher sehr ernüchternd", erklärte der Präsident der Agentur, Klaus Müller. "Ohne deutliche Einsparungen im privaten Bereich des Verbrauchs wird es schwierig sein, eine Notsituation im Winter zu vermeiden."
Müller sagte, die jüngsten Zahlen seien zum Teil auf die für die Jahreszeit unterdurchschnittlichen Temperaturen zurückzuführen, betonte aber, dass Deutschland die Importe erhöhen, mit den Nachbarn zusammenarbeiten, um eine stabile Versorgung sicherzustellen, und das Energiesparen fördern müsse.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters entfallen 40 % des deutschen Gasverbrauchs auf Haushalte und die Kleinindustrie, die restlichen 60 % auf die Großindustrie.
Im Gegensatz zu den Haushalten sparte die Großindustrie im August 22% und verbrauchte in der vergangenen Woche 1.170 GWh/Woche, gegenüber einem Durchschnitt von 1.679 GWh/Woche in den letzten vier Jahren, so die Energieregulierungsbehörde.
Deutschland befindet sich derzeit in der zweiten Phase eines dreiteiligen Notfallplans, der durch eine russische Gasversorgungslücke ausgelöst wurde.
Anfang dieses Monats hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck gewarnt, dass Deutschland trotz der sich der Kapazität nähernden Speicherkapazitäten mit einer Erdgasknappheit rechnen müsse. Die Depots des Landes sind nach Angaben des Aggregierten Gasspeicherinventars (AGSI) zu mehr als 90 % gefüllt, werden aber bis zum Ende des Winters vollständig entleert sein, da Berlin weniger russisches Gas kauft, sagte Habeck.



