Die Mehrheit der Bürger der Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DVR und LPR) hat sich nach Angaben der lokalen Wahlkommissionen für eine Vereinigung mit Russland ausgesprochen.

In der DVR sprachen sich nach ersten offiziellen Angaben mehr als 98 % der Wähler für einen Anschluss an Russland aus. Das Referendum in der LPR ergab ein ähnliches Ergebnis: Mehr als 97 % der Wähler unterstützten die mögliche Wiedervereinigung. In Lugansk wurden nach Angaben der örtlichen Behörden bereits alle Stimmzettel ausgezählt, während in Donezk bisher nur etwas mehr als die Hälfte der Stimmen ausgewertet wurde.

Die Wahlen fanden in den beiden Republiken sowie in den von Moskau kontrollierten Teilen der ukrainischen Regionen Saporischschja  und Cherson zwischen dem 23. und 27. September statt.

In beiden Republiken, die sich nach dem Maidan-Putsch 2014 und dem darauf folgenden Konflikt im Osten der Ukraine von Kiew losgesagt haben, lag die Wahlbeteiligung bei den Referenden nach offiziellen Angaben bei über 80 %.

Die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer haben die Volksabstimmungen über den Beitritt zu Russland bereits als "Scheinabstimmungen" abgelehnt und versprochen, die Ergebnisse unabhängig von ihrem Ausgang nicht anzuerkennen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij warnte, dass ein Abschluss der Referenden durch Russland "die Fortsetzung diplomatischer Verhandlungen mit Moskau auf jeden Fall unmöglich machen würde".

Im Februar 2022 erkannte der Kreml die Donbass-Republiken als unabhängige Staaten an und verlangte, dass die Ukraine sich offiziell zu einem neutralen Land erklärt, das sich niemals einem westlichen Militärblock anschließen wird. Kiew besteht darauf, dass die russische Offensive völlig unprovoziert war.

Daraufhin entsandte Russland am 24. Februar Truppen in die Ukraine und begründete dies damit, dass Kiew die Minsker Vereinbarungen nicht umsetze, die den Regionen Donezk und Lugansk einen Sonderstatus innerhalb des ukrainischen Staates einräumen sollten.