Die Täter wurden für schuldig befunden, zwischen 2001 und 2006 zwei damals 13-jährige Mädchen wiederholt vergewaltigt zu haben. Richter Jonathan Seely kündigte "lange Haftstrafen" an, die Strafmaßverkündung steht noch aus. Staatsanwalt Rossano Scamardella beschrieb vor Gericht, wie die Opfer "für Sex herumgereicht, missbraucht, erniedrigt und dann weggeworfen wurden".

Die Verurteilungen erfolgten im Rahmen einer umfassenden Untersuchung historischer Missbrauchsfälle durch die Polizei Manchester. Die Ermittlungen deckten ein Muster auf, bei dem die Täter gezielt verletzliche Jugendliche ansprachen, mit Alkohol und Drogen gefügig machten und anschließend sexuell ausbeuteten.

Teil eines größeren Skandals

Der aktuelle Fall ist Teil eines größeren Phänomens, das in Großbritannien als "Grooming Gangs" bekannt wurde. Seit den späten 1990er Jahren wurden in verschiedenen britischen Städten wie Rotherham, Rochdale, Telford und Oxford ähnliche Fälle aufgedeckt. Insgesamt wurden mehr als 1.500 Opfer identifiziert, überwiegend weiße Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen.

Die Tätergruppen bestanden hauptsächlich aus Männern pakistanischer und südasiatischer Herkunft. Diese ethnische Dimension des Missbrauchs wurde lange Zeit von Behörden und Medien zurückhaltend thematisiert, was später zu heftiger Kritik führte, wie The Telegraph berichtete.

Behördenversagen und politische Kontroversen

Ein unabhängiger Untersuchungsbericht aus dem Jahr 2020 dokumentierte schwerwiegendes Versagen von Polizei, Sozialdiensten und lokalen Behörden. Viele Opfer wurden nicht ernst genommen oder sogar als "freiwillige Teilnehmerinnen" betrachtet, obwohl sie minderjährig waren. Laut BBC ignorierten Behörden in Rotherham jahrelang Hinweise auf den Missbrauch.

Besonders brisant: Mehrere Berichte, darunter eine Untersuchung des Home Office, kamen zu dem Schluss, dass Beamte aus Angst, als rassistisch zu gelten, zögerten, gegen die überwiegend südasiatischen Tätergruppen vorzugehen.

Gesellschaftliche Debatte

Der Fall hat in Großbritannien eine anhaltende Debatte über kulturelle Sensibilitäten, Einwanderung und Kinderschutz ausgelöst. Konservative Politiker und Kommentatoren kritisieren, dass eine übertriebene politische Korrektheit den Schutz der Opfer verhindert habe, während andere vor Pauschalisierungen und Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen warnen.

Die Aufarbeitung der "Grooming Gangs"-Fälle bleibt ein politisch aufgeladenes Thema. Eine umfassende Untersuchung durch die britische Regierung soll nun Lehren aus dem jahrzehntelangen Versagen ziehen und bessere Schutzmaßnahmen für gefährdete Kinder entwickeln.