Nun gut, in Großbritannien auf Ungeimpfte zu treffen ist mittlerweile bereits eine Rarität. Rund 90 Prozent der Briten haben nämlich schon mindestens zwei Dosen eines der experimentellen Covid-Vakzine erhalten. Dies macht es auch unwahrscheinlicher, dass jemand aus dieser Gruppe mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommt. Dennoch sind die neuen Daten aus dem Vereinigten Königreich interessant.
Nach den ersten Daten, die am Dienstag vom britischen ONS veröffentlicht wurden, ist die Wahrscheinlichkeit einer wahrscheinlichen Omicron-Infektion bei den dreifach Geimpften 4,5 Mal höher als bei den Ungeimpften. Bei den Zweifachgeimpften ist die Wahrscheinlichkeit einer wahrscheinlichen Omicron-Infektion dagegen 2,3-mal so hoch.
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Je öfter geimpft, desto größer die Wahrscheinlichkeit, sich Omicron einzufangen?[/caption]
Die Daten aus der ONS-Infektionserhebung sind zwar vorläufig, stützen aber die Behauptung, dass die Omicron-Variante dem Impfstoff in erheblichem Maße entgehen kann.
Es ist zu beachten, dass es sich hierbei um die Wahrscheinlichkeit einer Omicron-Infektion handelt, wenn eine Person infiziert ist, d. h. es sagt uns nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person überhaupt positiv getestet wird. Das heißt, sie sagt uns nicht, dass die Impfstoffe die Situation insgesamt verschlimmern, sondern nur, dass sie die Wahrscheinlichkeit, dass eine geimpfte Person mit Omicron infiziert ist, viel höher machen als eine andere Variante. Mit anderen Worten, es ist ein Maß dafür, wie gut sich Omicron im Vergleich zu Delta den Impfstoffen entzieht. Die Tatsache, dass die dreifach Geimpften viel wahrscheinlicher mit Omicron infiziert sind als die doppelt Geimpften, bestätigt diese Fähigkeit, den Impfstoffen auszuweichen.
Die Daten sagen auch nichts über den Schweregrad von Omicron oder darüber aus, wie gut die Impfstoffe weiterhin vor schweren Erkrankungen schützen.
Sie bedeuten jedoch, dass der derzeitige Omicron-Ausbruch weitgehend eine Epidemie der Geimpften ist und nicht von den Ungeimpften, sondern von den doppelt und dreifach Geimpften verursacht wird. In Verbindung mit der Tatsache, dass Omicron schnell zu einem Großteil der Neuinfektionen geworden ist, deutet dies darauf hin, dass die Geimpften eine überragende Rolle bei dem aktuellen Ausbruch spielen.
In Südafrika, wo die Durchimpfungsrate deutlich niedriger ist, wurden solche Untersuchungen bislang leider nicht durchgeführt. Dabei könnten Daten von dort gerade deshalb sehr aufschlussreich sein. Insbesondere könnten sie die britischen Untersuchungsergebnisse unter Umständen stützen. Dies würde sämtliche Impfzwang-Versuche auf wissenschaftlicher Basis ins Leere laufen lassen. Zumindest was die derzeitigen experimentellen Vakzine betrifft.



