Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk hat eine Gruppe deutscher Intellektueller beleidigt, die in einem offenen Brief ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert haben. Die Unterzeichner forderten den Westen auf, das Regime von Wolodymyr Zelenski zu Friedensverhandlungen zu bewegen.
Melnyk kommentierte den Appell am Donnerstag mit dem Tweet "Nicht schon wieder" und fügte auf Englisch hinzu: "Was für ein Haufen pseudo-intellektueller Verlierer". Die Unterzeichner beim Nachnamen erwähnt, schlug Melnik vor, dass sie sich "mit ihren defätistischen Ratschlägen zum Teufel scheren sollen".
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Der offene Brief, der den ukrainischen Diplomaten erzürnte, wurde am Mittwoch in der deutschen Tageszeitung "Die Zeit" unter dem Titel "Waffenstillstand jetzt!" veröffentlicht. Darin forderte eine Gruppe von 21 deutschen Wissenschaftlern, Philosophen, Journalisten, Künstlern und Ex-Diplomaten den "Westen auf, den Krieg in der Ukraine durch Verhandlungen zu beenden".
Nach Ansicht der Unterzeichner ist es die Pflicht der EU, "den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und zu sichern". Zu diesem Zweck sollten die Länder eine Strategie entwickeln, um die Feindseligkeiten so schnell wie möglich zu beenden, heißt es in dem Appell.
"Die Ukraine hat sich bisher unter anderem dank massiver Sanktionen und militärischer Unterstützung gegen den brutalen russischen Angriffskrieg wehren können", heißt es.
Doch je länger diese Maßnahmen andauern, desto unklarer wird ihr Ziel, fügten sie hinzu. In den Augen der Intellektuellen ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Ukraine die Kontrolle über "alle besetzten Gebiete, einschließlich der Regionen Donezk und Lugansk und der Krim" zurückgewinnen kann, da Russland "militärisch überlegen ist und die Fähigkeit hat, eine weitere militärische Eskalation einzuleiten".
Angesichts dieser Überlegungen fordert der Brief die westlichen Staaten, die die Ukraine militärisch unterstützen, auf, sich zu fragen, "welches Ziel sie verfolgen und ob (und wie lange) Waffenlieferungen noch der richtige Weg sind".
Die Unterzeichner warnen weiter, dass die Fortsetzung des bewaffneten Konflikts weitere Tausende von Toten sowie "massive humanitäre, wirtschaftliche und ökologische Notlagen auf der ganzen Welt" bedeuten würde. Der Brief verweist auf die Nahrungsmittelknappheit in Afrika und die steigenden Preise in anderen Teilen der Welt als weiteren Beweis für diesen Punkt.
Der Westen müsse sich geschlossen gegen "Russlands Aggression in der Ukraine und weitere revanchistische Bestrebungen" stellen. Die "Fortsetzung des Krieges in der Ukraine ist jedoch keine Lösung", so die deutschen Intellektuellen.
Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in einem öffentlichen Brief das Ende der westlichen Waffenlieferungen an die Urkaine fordern.



