Am Montag wurden mehrere Bombendrohungen an Gerichte in Wien, Graz und St. Pölten sowie an die österreichische jüdische Gemeinde und an Schulen in der Bundeshauptstadt übermittelt, teilte das österreichische Innenministerium mit. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden stehen die Bombendrohungen vermutlich im Zusammenhang mit laufenden Strafverfahren und Polizeimaßnahmen gegen Islamisten.
Neben offenem Antisemitismus werde in den Bombendrohungen auch der Konflikt in der Ukraine erwähnt, so das Ministerium. "Wir werden sie für ihre Hilfe für die Ukraine und für die Tötung unserer Brüder aus Tschetschenien rächen", zitiert die österreichische Nachrichtenagentur APA aus den Botschaften.
Am selben Tag, an dem die Bombendrohungen herausgegeben wurden, begann am Montag vor dem Landesgericht Graz der Prozess gegen vier mutmaßliche Dschihadisten, darunter ein Mann, der Familien aufgefordert hatte, sich der Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien anzuschließen, so die APA.
Nach Angaben des Innenministeriums hat die Polizei Vorsichtsmaßnahmen getroffen und erfahrene Bombenentschärfer zu den in den Drohbriefen genannten Orten entsandt. Eine erste Begehung der betroffenen Gebäude verlief jedoch bislang ergebnislos.
Innenminister Gerhard Karner sagte, dass sowohl der Staatssicherheitsdienst als auch der Nachrichtendienst Ermittlungen in dieser Angelegenheit eingeleitet haben. Die Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern konzentrierten sich derzeit auf die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus, so Karner.



