Mangel an landwirtschaftlichen Rohstoffen und Versorgungsgütern, Energieknappheit und Wohnungsnot. Eine ganze Generation von "privilegierten" Westlern wird lernen, was es heißt, in ärmlichen Verhältnissen zu leben, wo es an den meisten Dingen mangelt, warnt der weltgrößte Fondsmanager Blackrock.

Der Vorsitzende Rob Kapito sagt, dass die dramatische Inflation so hoch sein wird, dass große Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu erwarten sind. Eine ganze Generation wird daher lernen müssen, was es heißt, unter einem Mangel an den meisten Dingen zu leiden. "Zum ersten Mal wird diese Generation in ein Geschäft gehen und nicht kaufen können, was sie will. Und es geht um eine Generation, die es nicht gewohnt ist, Opfer zu bringen", so Kapito.

Kapito, der selbst steinreich ist, äußerte sich auf einer Investorenkonferenz in Texas, wo er auch sagte, dass sich der Markt auf eine Art "Mangelinflation" vorbereite, bei der die Preise aufgrund des Mangels an Wohnraum, Arbeitskräften und Betriebsmitteln für die Landwirtschaft und in einigen Gebieten sogar an Öl steigen würden.

In Schweden ist die Lage besonders ernst, weil der Selbstversorgungsgrad des Landes bei Lebensmitteln gering ist und der Krieg in der Ukraine die Preise für importierte Waren stark in die Höhe treibt. In der Fleischindustrie ist die Produktion im vergangenen Jahr um 3,5 Milliarden Schwedische Kronen teurer geworden, wie neue Zahlen von LRF zeigen.

Emma Frödå, Agrarexpertin der Danske Bank, erklärt gegenüber Dagens Industri, dass Schweden für die eigene Landwirtschaft von Importen abhängig ist, die in den Zahlen zum Selbstversorgungsgrad nicht sichtbar sind. "Es geht vor allem um Diesel. Ohne den Import von Kraftstoff wären wir wieder auf Pferd und Wagen angewiesen, sagt sie der Zeitung."

In anderer Hinsicht ist die Situation in den Vereinigten Staaten jedoch schlimmer. Die Inflation in den USA ist höher als in Schweden und lag im Februar bei 7,9 Prozent. "Es ist an der Zeit, sich anzuschnallen, denn so etwas haben wir noch nie erlebt", sagt Rob Kapito.

Aber auch in Deutschland und Österreich liegt die Inflation mittlerweile auf Niveaus, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Mittlerweile kündigen Supermärkte und Discounter bereits bei hunderten Produkten Preiserhöhungen von 20 bis 50 Prozent an. Und ein Ende der starken Anpassungen der Preise nach oben ist noch lange nicht abzusehen.