In einer Rede in Polen rief US-Präsident Joe Biden zum Regime-Change in Russland auf. Wladimir Putin könne nach der Ukraine-Invasion "nicht an der Macht bleiben", so der US-amerikanische Staatschef.

"Um Gottes willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben", sagte Biden am Ende seiner Rede.

Diese Aussage kam nur wenige Stunden nachdem Biden die 82nd Airborne quasi darüber informierte, dass sie in die Ukraine geschickt würde. Angesichts dessen, dass eigentlich keine US-Soldaten in die Ukraine gesendet werden sollten ("no boots on the ground") eine Sache, die für Wirbel sorgte. Immerhin würde dies für direkte Kämpfe zwischen russischen und US-amerikanischen Truppen sorgen.

Biden bezeichnete Putin am Rande der Rede auf die Frage eines Reporters hin auch einmal als "Schlächter" und lobte zudem das "strategische Versagen" Russlands bei der Erreichung seiner militärischen Ziele seit der Invasion am 24. Februar. "Es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Krieg für Russland bereits ein strategischer Misserfolg war", sagte Biden in seiner Rede im Königsschloss in Warschau.

Er betonte auch, dass die einfachen Russen "nicht unser Feind" seien - aber dass die weitreichenden Sanktionen des Westens, die die russische Wirtschaft und Bevölkerung isolieren, allein Putin angelastet werden sollten. "Es ist Wladimir Putin, der die Schuld trägt", sagte Biden und warnte, die russischen Streitkräfte dürften sich nicht auch nur "einen Zentimeter auf NATO-Territorium" bewegen. Der US-Präsident sagte: "Heute hat Russland die Demokratie erdrosselt" und: "Wir müssen uns auf einen langen Kampf vorbereiten."

Angesichts der Tatsache, dass der Kreml bereits vor Tagen davor gewarnt hat, alle diplomatischen Beziehungen zu Washington abzubrechen, nachdem Biden Putin vor über einer Woche als "mörderischen Diktator" und "Verbrecher" bezeichnet hatte, könnten Bidens neue Worte den Ausschlag für den Abbruch der offiziellen Beziehungen geben und zu einer weiteren gefährlichen Eskalation zwischen der NATO und Moskau führen.

Nur wenige Minuten, nachdem mehrere Schlagzeilen auftauchten, die betonten, dass Biden mit den Worten "dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben" in Bezug auf Putin einen Regimewechsel in Russland forderte, versucht das Weiße Haus peinlicherweise klarzustellen, dass dies angeblich "kein" Aufruf zum Regimewechsel war: Ein Beamter des Weißen Hauses erklärt, was Biden tatsächlich zu sagen versuchte: "Der Präsident wollte damit sagen, dass es Putin nicht gestattet werden kann, Macht über seine Nachbarn oder die Region auszuüben. Es ging ihm nicht um Putins Macht in Russland oder um einen Regimewechsel."

Offenbar wurde Bidens Stab nach dessen Aussagen klar, dass man nun Schadensbegrenzung machen muss.