Es geht wieder los: Die sich gegenseitig aufschaukelnden Drohungen zwischen Moskau und Washington waren wohl so intensiv wie seit dem Höhepunkt des Donbass-Konflikts vor einigen Jahren und der Krim-Krise nicht mehr. Dies führt dazu, dass die Biden-Administration darüber nachdenkt, die Waffenlieferungen an Kiew zu verstärken.

CNN berichtete am Dienstag unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Verteidigungsbereich: "Die Biden-Administration erwägt die Entsendung von Militärberatern und neuer Ausrüstung, einschließlich Waffen, in die Ukraine, da Russland seine Streitkräfte in Grenznähe aufstockt und US-Beamte die Verbündeten auf die Möglichkeit einer weiteren russischen Invasion vorbereiten."

Es gibt nach wie vor wenig bis gar keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Russland Pläne für eine "Invasion der Ukraine" schmiedet - wie Bloomberg letzte Woche unter Berufung auf anonyme US-Quellen erstmals berichtete. Ein Großteil der Spekulationen scheint auf Satellitenbildern zu beruhen, die russische Truppenbewegungen weit entfernt von der ukrainischen Grenze zeigen. Wobei Moskau dem Westen gegenüber immer wieder betont, dass es seine eigenen Truppen innerhalb der souveränen Grenzen Russlands verlegen kann, wohin es will.

Der neue US-Plan, nicht nur mehr militärische Ausrüstung, sondern auch US-Militärberater zu entsenden, würde jedoch eine ernsthafte Eskalation bedeuten. Der Kreml hat vor kurzem gewarnt, dass er jede Art von Aufstockung der NATO-Truppen in der Ukraine als Verletzung seiner "roten Linien" betrachten würde, die ein Eingreifen erfordern würde.

Dem neuen CNN-Bericht zufolge könnte das vorgeschlagene tödliche Hilfspaket, das derzeit vom Weißen Haus erwogen wird, Stinger-Raketen enthalten - was Moskau zweifellos als schwere Eskalation betrachten würde:

Die Gespräche über das vorgeschlagene tödliche Hilfspaket finden zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Ukraine öffentlich vor einer Invasion im Januar warnt. Das Paket könnte neue Panzerabwehr- und Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin sowie Mörser enthalten, so die Quellen.

Luftabwehrsysteme wie Stinger-Raketen werden ebenfalls in Betracht gezogen, und das Verteidigungsministerium hat darauf gedrängt, dass einige Ausrüstungsgegenstände, die eigentlich nach Afghanistan gehen sollten - wie Mi-17-Hubschrauber - stattdessen in die Ukraine geschickt werden. Der Mi-17 ist ein russischer Hubschrauber, den die USA ursprünglich gekauft hatten, um ihn an die Afghanen zu übergeben. Das Pentagon überlegt nun, was mit ihnen nach dem Abzug der USA aus Afghanistan im August geschehen soll.

Vor allem die Javelins gelten als tödlich und effektiv gegen die russischen T-80-Panzer. In jüngster Zeit hat Moskau den pro-ukrainischen Kräften vorgeworfen, in den letzten Monaten verstärkt Angriffe auf prorussische Separatisten im Osten der Ukraine durchgeführt zu haben, bei denen es mehrere Tote durch sporadischen Mörserbeschuss gegeben hat.